Rennbericht ADAC TCR Germany, Rennen 7 / 8 Zandvort (NL)

Die nächsten zwei Läufe fanden auf dem kurvigen Dünenkurs in Zandvoort (NL) statt, einer Strecke die unmittelbar am Meer liegt und bei der sich ein Besuch jederzeit lohnt.

Da ich die Strecke nicht kannte reisten wir nach vielen Stunden Simulatortraining eine Woche vorher an um einen freien Testtag zu nutzen. Dieser lief ohne Probleme und wir waren sehr gut vorbereitet für die kommenden beiden Rennen.

 

Freie Trainings

Die freien Trainings liefen sehr gut, allerdings ist es immer schwierig die Zeiten zu beurteilen, da man nicht genau weiss wer zu welchem Zeitpunkt mit welchen Reifen unterwegs ist.

Gegen Schluss konnten wir noch ein Problem mit einem Stossdämpfer beseitigen, welches im Laufe der Zeit aufgetreten ist. Der Öhlins Support auf Platz leistet da jeweils sehr gute und fachkundige Unterstützung

 

Qualifying

Fürs Qualy waren wir diesmal in Gruppe B eingeteilt.

Ich erwischte eine gute Runde, bis mir in der letzten Kurve ein Mitkonkurrent unbeabsichtigt voll in die Linie fuhr. Durch diesen Zwischenfall verlor ich mehrere Zehntel und musste mich mit dem 11. Platz in meiner Gruppe zufrieden geben, was Startplatz 20 für die Rennen bedeutete.

Dies war sicherlich nicht ein Ergebnis auf welches wir stolz sein können, wir wussten aber, dass es noch besser laufen würde und ich im Rennen sicher einige Plätze gutmachen kann.

 

Rennen 1

Das erste Rennen in Zandvoort brachte alles mit, was es für ein absolutes Chaos benötigt. Schon in der Startaufstellung war unklar, welche Reifen die besser Wahl sein würden, da es bei bedecktem Himmel leicht zu nieseln begann. Ich kam beim Start gut weg und konnte meine Position halten, jedoch gab es hinter mir einen Startunfall und so kam erst das Safety Car raus, bis das Rennen eine Runde später durch die rote Flagge unterbrochen wurde.

Das Prozedere war dann äusserst chaotisch. Erst sortierte sich das komplette Fahrerfeld falsch für den Restart ein und später hatten einige Teilnehmer noch keine Reifen montiert als die 3 Minuten Ampel geschaltet wurde. Es gab also eine weitere Verzögerung, doch dazu später mehr.

Auch wenn die Bedingungen weiterhin unklar waren und die Tendenz eher Richtung Regen ging, entschieden wir uns die Slicks auf dem Auto zu lassen und auf etwas Glück zu hoffen.

Zu Beginn des Rennens war dies dann auch die Richtige Entscheidung. Ich konnte Platz um Platz gutmachen und fuhr bis auf den 8. Platz vor. Gegen Schluss des Rennens gab es dann noch einmal eine SafetyCar Phase, welche die Renndauer weiter hinauszögerte. Genau zum Zeitpunkt des Restarts für die letzten 2 Runden setzte dann der Regen ein.

Da dies mit Slicks eher nicht so ideal ist und ich auch die Bedingungen nicht mag musste ich die ganzen Konkurrenten mit Regenreifen wieder ziehen lassen und rollte schlussendlich auf dem 18. Platz ein. Eine richtige Ohrfeige war das.. Nichts desto trotz hätte ich immerhin Punkte mitgenommen WENN.. das Chaos beim Start nicht gewesen wäre:

Kurz nach Renn Ende kam der DMSB Runner zu uns, mit einem Papier in den Händen, nachdem ich eine 30 Sekunden Strafe bekommen sollte. Dies darum, weil wir beim Restart anscheinend noch bei der 3 Minuten Arbeiten am Auto ausgeführt hätten.

Die ganze Situation mit dem Restart war so unklar und schlecht kommuniziert, dass weitere 16(!) Teilnehmer die selbe Zeitstrafe erhielten und das Klassement komplett durcheinander gebracht wurde.

Als kleines Beispiel: Ich fuhr als 18. Über die Ziellinie und wurde als 23. gewertet. Der Konkurrent hinter mir, folglich 19., wurde als 8. gewertet. Ich muss dazu sagen, dass ich in all den Jahren in denen ich nun mit 4 Rädern im Kreis fahre noch nie so eine lächerliche Situation erlebt habe!

Es wird nun äusserst schwierig die Konkurrenz im Klassement wieder aufzuholen, da nun einige richtig dick Punkte eingefahren haben, die eigentlich nicht da vorne mitmischen. Es gibt nun halt nur noch eines.. noch mehr angasen!

 

Rennen 2

Zum 2. Rennen gibt es leider nicht viel zu sagen

Ich konnte keine ganze Runde absolvieren, bis sich ein schwedischer Mitfahrer hinter mir, der mir nun schon 3 Mal in die Quere gekommen ist, brutal verschätzte und gleich mich und einen anderen Mitstreiter ins Abseits beförderte. Ein absolut hirnloses Manöver mit keiner Aussicht auf Erfolg.

Leider ist es auch so, dass nicht alle genügend Anstand besitzen um sich nach so einer „Dive Bomb“ wenigstens zu entschuldigen.

Nun geht es Schlag auf Schlag weiter, in zwei Wochen findet bereits der nächste Event statt, diesmal auf einer meiner Heimstrecken, dem Nürburgring.

Ich freue mich riesig und hoffe, dass ich da mit meiner Erfahrung und meiner Streckenkenntnis ordentlich Punkte einfahren kann!

Rennbericht ADAC TCR Germany Rennen 3 / 4 Red Bull Ring Spielberg

Nach dem kleinen Desaster in Oschersleben, wo wir konkurrenzlos und ohne Ambitionen hinterhergerollt sind ging es nun nach Österreich an den Red Bull Ring in Spielberg, meiner absoluten Lieblingsstrecke (mal abgesehen von der Nordschleife).
Ziel war es, die ersten Punkte der Saison zu holen und irgendwo zwischen P10 und 20 ins Ziel zu kommen.

Idealerweise war es am Red Bull Ring möglich, am Donnerstag insgesamt 3 Stunden zu Testen.
Die meisten Fahrer der TCR Germany nutzten diese Gelegenheit natürlich und so war es möglich bereits einige Vergleiche zu ziehen.

In den freien Trainings vom Donnerstag/Freitag waren wir insgesamt gut dabei, konnten den Speed mitgehen und positionierten uns in etwa auf den angestrebten Positionen.

 

Zeittraining

Bei knapp 40 Teilnehmern ist es wichtig, sich im Zeittraining einen guten Startplatz zu verschaffen.

Mit grossen Ambitionen und dem Wissen, dass wir es durchaus in die Top 15 schaffen können legten wir also los. Nach den Aufwärmrunden merkte ich, dass etwas mit meinem linken Vorderreifen nicht stimmen konnte. Beim Anbremsen blieb dieser plötzlich jedes Mal stehen und auf der Geraden hatte ich starke Vibrationen. Bis wir das realisiert hatten war das Zeittraining leider auch schon vorbei und ich hatte mit Startplatz 31 und 32 wieder eine äusserst schwierige Ausgangslage vor mir.

Als wir uns nach dem Rennen den Reifen angesehen haben fiel uns auf, dass es nicht nach einem typischen Bremsplatten aussah, sondern eher als ob sich ein Teil des Reifens gelöst hatte.
Was genau und wie es passiert ist konnten wir leider nicht ganz nachvollziehen.

 

Rennen 1

Bei Temperaturen über 30 Grad ging es am Samstag ins erste Rennen.

Ich hatte leider keinen optimalen Start und konnte darum keine Positionen gutmachen.

Im weiteren Verlauf des Rennens konnte ich den Speed der vor mir fahrenden Fahrzeuge problemlos mitgehen und kämpfte mich teilweise bis auf die 19. Position vor.

Gegen Ende des Rennens merkte ich immer wie mehr, dass das Material, insbesondere die Bremsen an Ihre Belastungsgrenze stossen. In der zweitletzten Runde hatte ich dann leider sozusagen keine Verzögerung mehr in Kurve 3 und musste einen kleinen Umweg durchs Kiesbett in Kauf nehmen, welcher mich ganze 5 Positionen kostete.

Mit gehöriger Wut im Bauch fuhr ich dann als 24. Über die Ziellinie und konnte leider keinen Punkt einfahren. (An dieser Stelle muss ich mich bei meinem absolut unschuldigen Lenkrad entschuldigen, welches meinen Wutausbruch nicht ganz so gut überstanden hat und wieder etwas liebevolle Hingabe braucht fürs nächste Rennen – sorry).

 

Rennen 2

Nach den Bremsproblemen im Rennen 1 mit den Bremsen haben wir uns dazu entschlossen, eine neue Bremsflüssigkeit zu verwenden, welche einen höheren Siedepunkt hat. Dies sollte dem „Durchfallen“ der Bremse gegen Ende des Rennens entgegenwirken und uns so vor Schlimmerem bewahren.

Mein Start war diesmal wesentlich besser und ich konnte direkt an einigen Konkurrenten vorbeiziehen. Während der gesamten Renndistanz funktionierte mein Seat wunderbar und ich konnte Zeiten fahren, die für die Top10 gereicht hätten. Als ich Mitte des Rennens wieder in Kurve 3 einer sich anbahnenden Kollision ausweichen musste blieb mir wiederum nichts anderes übrig als den bekannten „kleinen Umweg durchs Kies“ zu nehmen, welcher mich wiederum einige Positionen kostete. Nichts desto trotz erreichten wir am Schluss mit P20 und dem ersten Punkt unser absolutes Minimalziel.

Für die weiteren Rennen sind wir nun auf Grund der Steigerung zu den ersten Rennen und den guten Zeiten sehr positiv gestimmt und hoffen, dass der Aufwärtstrend sich auch bei der nächsten Veranstaltung, welche wiederum in Oschersleben stattfinden wird fortsetzen wird.

Ich bedanke mich bei meinem allzeit gut gelaunten Ingenieur Mike und meinen beiden Mechanikern Markus und Jan für das lehrreiche Wochenende und schaue mit grosser Euphorie den Rennen in Oschersleben entgegen.

Rennbericht ADAC TCR Germany Oschersleben Rennen 1 / 2

Nun hat das Warten endlich ein Ende gefunden. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde unser Seat Leon TCR endlich auch aktiv im Rennmodus erprobt.

Der Saisonauftakt der TCR Germany fand auch dieses Jahr im Osten Deutschlands, genauer in Oschersleben statt. Dazu reisten wir am Donnerstag Abend an und trafen bereits im Fahrerlager auf viele neue und auch alt bekannte Gesichter.

Ebenfalls stand da unser neues Einsatzgerät, der Seat Leon TCR. In seinem vollen grün stand er glänzend (ok, satin.. aber egal) akribisch vorbereitet durch Schläppi Race Tec bereit zur ersten Ausfahrt unter Wettbewerbsbedingungen.

Die ersten freien Trainings nutzten wir dazu, um unseren Trainingsrückstand auf der Strecke aufzuholen und für das Qualy sowie die zwei Rennen ein stabiles Setup herauszutüfteln.

Die Trainings waren allgemein von viel Chaos geprägt. Viele Rotphasen, viele Ausritte ins Kies und Stossverkehr auf der 3.9km langen Strecke

In dem starken Teilnehmerfeld von 44 eingeschriebenen Fahrern setzten wir die Priorität als erstes auf das Qualifying am frühen Samstag Morgen. Da die herausgefahrene Startposition jeweils für beide Rennen gilt und das zweite Rennen nicht wie üblich nach dem Zieleinlauf des ersten Rennens gestartet wird, war es umso wichtiger hier eine gute Platzierung herauszufahren.

Nach einigen letzten Anpassungen am Fahrwerk in der Box konnte ich am Schluss noch zwei schnelle Runden drehen, war mir aber bewusst, dass dies nicht für eine Platzierung in der vorderen Hälfte reichen würde. Zu allem Übel wurde mir meine schnellste Runde noch auf Grund von Missachtung der Track Limits im freien Training gestrichen.

Somit mussten wir uns mit dem doch etwas enttäuschenden 33 Rang zufrieden geben.

 

Rennen 1

Beim Start zum ersten Rennen musste ich direkt ein paar Plätze abschreiben. Erstens weil ich den Start mal komplett versemmelt habe und zweitens weil ich fest damit gerechnet habe, dass es vor mir einen Haufen aus bunt zusammengewürfelten TCR Rennern geben würde und ich mich gerne im ersten Rennen aus allem raushalten wollte, um wichtige Daten für den weiteren Verlauf der Saison zu sammeln. Nach 3 Safety Car Phasen und wirklich viel Action um mich herum überquerte ich die Ziellinie schlussendlich als 25. und brachte das Auto, sehr zur Freude meiner Mechaniker, unversehrt an die Box zurück.

 

Rennen 2

Fürs zweite Rennen wollten wir unbedingt einen grossen Schritt mit dem Setup wagen, da unsere Position ehrlich gesagt sowieso komplett aussichtslos war und wir sozusagen nichts zu verlieren hatten. Gesagt getan, Auto neu vermessen, ein paar Klicks hier ein paar Umdrehungen da und voilà „jetzt läufts dann rund“ meinte mein neuer Renningenieur Mike zu mir. War auf jeden Fall schon mal ein besseres Gefühl als sein „Das wird ein Kampf ums Überleben“ vor dem ersten Rennen aber sobald die Stöpsel in den Ohren sind nicke ich meist eh nur noch zustimmend zu und verstehe kein Wort.

Der Start nun etwas besser, die Stimmung um mich herum „etwas“ aggressiver und ich komplett vom neuen Fahrverhalten meines spanischen Boliden überrascht. Nachdem ich dann die Eingewöhnungsphase von 4-5 Kurven überstanden hatte folgte dann leider die erste Berührung, bei welcher ich die bis dahin auf den Millimeter genau ausgerichtete Stellung meines schnurgeraden Lenkrades leider aufopfern musste.

Auch das zweite Rennen war durch diverse Safety Car Phasen und viele Ausritte ins Kies geprägt.

Nach 30 Minuten war mir dann noch ein Mitstreiter auf den Fersen, dem ich mit einem Bremsplatten und krummer Lenkung kaum Gegenwehr leisten konnte/wollte (wohlgemerkt, es ging um die 33. Position, Punkte werden bis zum 20. Verteilt..). Trotzdem packte Ihn wohl noch der Ehrgeiz und er hat es tatsächlich fertig gebracht mich in der letzten Runde noch unsanft von der Strecke zu hebeln, den Teileverkäufer wird’s freuen.

Alles in allem war es ein Wochenende mit Auf und Ab. Wir haben sicherlich viel gelernt, viele Fahrwerkseinstellungen probiert und das wichtigste am ganzen: das Auto ist immer gelaufen. Nicht zu wenig Sprit, kein technischer Defekt, nix.

Nun gilt es in der Pause zwischen dem nächsten Rennen am RedBull Ring in Spielberg das Auto wieder optimal vorzubereiten und vor allem die Dichtung zwischen Lenkrad und Sitz optimal abzustimmen, denn da liegt momentan noch das grösste Potential verborgen.

Saisonvorschau 2017 – TCR Germany mit Seat Leon TCR

Fabian Danz wird die komplette Saison 2017 in der ADAC TCR Germany auf einem Seat Leon TCR bestreiten, welche unter anderem zusammen mit der ADAC GT Masters ausgetragen wird.

Die TCR Serie wurde erstmals 2015 ins Leben berufen. Der Sinn dahinter ist es, den Rennfahrern professionellen Rennsport auf einer im Gegensatz zum GT3 Sport kostengünstigeren Basis zu bieten.
Im Laufe der Zeit haben viele Namhafte Fahrzeughersteller Modelle homologiert, um damit in den diversen TCR Meisterschaften anzutreten. Unter Anderem VW, Seat, Audi, Subaru, Alfa Romeo, Kia etc.

Fabian Danz wird die Saison 2017 auf einem Seat Leon Cupracer TCR bestreiten.

Im Gegensatz zur VLN Langstreckenmeisterschaft ist die ADAC TCR Germany eine reine Sprintserie. Pro Wochenende werden jeweils 2 Freie Trainings, ein Qualifying und 2 Sprintrennen a jeweils 30 Minuten ausgetragen.

Gemäss neusten Informationen sollte die TCR Germany 2017 mit bis zu 44 Startern pro Wertungslauf nicht nur gut gefüllt, sondern randvoll werden.

Nachdem Fabian Danz schon das 24H Rennen auf der Nordschleife auf einem VW Golf TCR bestritten hat, ist dies der richtige Schritt um 2017 in einer stark besetzten Sprintserie anzutreten.

Starten wird Fabian Danz mit demselben Team, welches schon seine Einsätze 2015 in der SP3, auch im Rahmen der VLN Langstreckenmeisterschaft, betreut hat – Schläppi Race Tec

„Ich freue mich darauf, mit einem mir bestens bekannten Schweizer Team in dieser hoch dotierten Tourenwagen Meisterschaft zu starten. Erste Tests haben wir bereits 2016 absolviert und konnten uns bestens aufeinander abstimmen. Mein persönliches Ziel ist es, mich im ersten Jahr gut in die Serie einzuleben und am Schluss der Saison unter den besten 8 der Gesamtwertung zu stehen. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und ein erfolgreiches Jahr 2017 in der ADAC TCR Germany 2017