Rennbericht ADAC TCR Germany, Rennen 9 / 10 Nürburgring (D)

Da war er also wieder, der Nürburgring.

Meine inoffizielle Heimstrecke auf welcher ich sicherlich mit Hockenheim zusammen am meisten Kilometer in einem Rennwagen zurückgelegt habe.

Genau auf Grund dieser Tatsache habe ich grosse Erwartungen in dieses Wochenende gesteckt, welche dann auch endlich mal Erfüllt wurden!

 

Freies Training

Die freien Trainings liefen beide gut. Im Ersten konnte ich mich auf P14 positionieren, dies mit alten Reifen und einer nicht perfekten Fahrzeugeinstellung. Wir entschieden und dann im zweiten freien Training nicht wie viele andere neue Reifen aufzuziehen sondern absolvierten auch das zweite Training noch einmal mit abgefahrenem Material.

Kleine Änderungen am Setup wirkten sich äusserst positiv aus, so dass wir gut gerüstet ins Qualifying am selben Tag gehen konnten.

 

Zeittraining

Wir waren diesmal in Gruppe A eingeteilt und fuhren so als erste Gruppe auf die Strecke. Ich konnte gleich zu Beginn 2 gute Runden fahren und hielt mich irgendwo um Platz 5/6 herum in meiner Gruppe, was für einen Einzug ins Top 12 Qualy gereicht hätte.

Zu Mitte des Qualys entschieden wir, nochmal einen Satz frische Reifen für die Vorderachse aufzuziehen, in der Hoffnung noch eine schnelle Runde nachlegen zu können.

Leider konnte ich mir keine gute Ausgangslage verschaffen, so dass ich zu fest im Verkehr feststeckte und nur bis auf ein paar Tausendstel an meine Zeit rankam.

Leider verpasste ich das Top 12 Qualifying um 2 Plätze, sage und schreibe um 2 Zehntel. Die Enttäuschung war da, trotzdem waren wir so nah dran wie noch nie, auf den Spitzenreiter fehlten diesmal nur noch knapp 0.6 Sekunden!

Schlussendlich stand dann fest, dass ich beide Rennen von Startplatz 16 aus in Angriff nehmen konnte

 

Rennen 1

Ich hatte einen guten Start und konnte zu Beginn das Tempo mitgehen. In der dritten Kurve wurde dann Gelb geschwenkt und 2 Fahrzeuge überholten mich in dieser Phase, was so nicht erlaubt wäre. Ich muss zugeben dass ich die Gelbphase zuerst auch nicht gesehen habe, konnte die beiden Konkurrenten wieder überholen, musste diese dann aber anschliessend wieder passieren lassen da mittlerweile eine SafetyCar Phase eingeläutet wurde.

Nach dem SafetyCar hatte ich einen rundenlangen endlos-Kampf mit einem Opel Astra, an dem ich keinen Weg vorbei fand. Es ist unheimlich schwierig mit diesen Autos zu kämpfen, da sie im Gegensatz zu uns einen geringeren Kurvenspeed haben, dafür auf der Geraden „einiges“ an Mehrleistung abrufen.

Ich konnte dann leider keine Plätze mehr gutmachen und fand mich auf dem 17. Platz wieder, eine bittere Enttäuschung.

Zwischen den beiden Rennen haben wir uns viel mit den Fahrzeugdaten und meiner Fahrweise beschäftigt, um im 2. Rennen am Sonntag noch einmal voll angreifen zu können

 

Rennen 2

Das zweite Rennen startete unheimlich turbulent. Ich hatte einen richtigen Blitzstart und schoss auf die erste Kurve zu, als ich plötzlich durch einen regelrechten Trümmerhaufen aus Carbonteilen fuhr. Ich sah nur aus dem Augenwinkel, dass mein Teamkollege Dino Calcum mit dem Opel Astra hart in die Leitplanke nach der Boxeneinfahrt eingeschlagen ist und wusste, dass gleich ein SafetyCar folgen würde.

So war es dann auch die ersten 4 oder 5 Runden bevor es dann endlich den Restart gab.

Ich hatte einen richtig guten Speed und konnte mich problemlos nach vorne orientieren, bis plötzlich wieder ein Opel im Rückspiegel auftauchte. Von da an musste ich in den Verteidigungsmodus schalten um die Position nicht zu verlieren und anschliessend eingebremst zu werden.

Dies gelang mir das ganze Rennen lang, bis zur vorletzten Runde.

Der Opel ging aussen vorbei, griff gleich den vor mir fahrenden Golf an und ich konnte an beiden vorbeischlüpfen. Anschliessend hatte ich einen genügenden Abstand um die letzte Runde locker ins Ziel zu fahren und ich überquerte die Ziellinie an 9. Position!

Das erste Top Ten Ergebnis der Saison ist nun also endlich da!

Wir haben an diesem Wochenende bewiesen, dass wir keine Chaosveranstaltung wie in Zandvoort brauchen um vorne dabei zu sein und versuchen nun, auf der Platzierung aufzubauen und regelmässig in den TopTen zu gastieren.

Nun geht die TCR Germany in die wohlverdiente Sommerpause, bis es im September dann am Sachsenring und in Hockenheim den Schlussspurt geben wird!

Rennbericht ADAC TCR Germany Rennen 5 / 6 Oschersleben (DE)

Nach dem schon fast tropischen Rennwochenende in Spielberg wo wir den ersten Punkt in der Gesamtwertung einfahren konnten, ging es am vergangenen Wochenende zurück nach Oschersleben, wo bereits die ersten zwei Rennen der TCR Germany ausgetragen wurden. Schon anfangs Saison war ich davon nicht sonderlich begeistert, da der Rundkurs in der Magdeburger-Börde nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstrecken gehört.

Nichts desto trotz reisten wir voller Motivation an, im Wissen dass es sicherlich besser laufen wird als noch bei den ersten zwei Rennen anfangs Saison.

 

Freie Trainings

Die Freien Trainings sind immer sehr schwer zu beurteilen, da man nie genau weiss wer mit welchen Reifen unterwegs ist. Wir spulten unser normales Testprogramm ab und waren mit den Zeiten eigentlich zufrieden. Das Auto fühlte sich super an und der Speed war kein Vergleich mehr zur ersten Veranstaltung in Oschersleben. Mit einem guten Gefühl beendeten wir den Tag und bereiteten unser Auto optimal für das am Samstag Morgen anstehende Zeitfahren vor.

 

Qualifying

Das Qualy wurde wie immer in zwei Gruppen eingeteilt, dies auf Grund der hohen Teilnehmerzahl

Ich konnte gleich von Beginn weg richtig pushen und lag in meiner Gruppe lange auf dem 7. Rang, was einen guten 14. Startplatz bedeutet hätte. Wir entschlossen uns dann gegen Ende des Qualys, als die Strecke noch einmal schneller wurde, vorne einen neuen Satz Reifen zu montieren und ich nahm nochmals einen Anlauf für eine schnelle Runde.

Leider merkte ich schon früh, dass etwas nicht stimmen konnte. Plötzlich hatte ich vor allem in Rechts-Kurven heftige Vibrationen im ganzen Auto. Total gefrustet musste ich also wieder in die Box und die Zeit reichte leider nicht mehr um noch einmal einen Anlauf zu nehmen, auch hätten wir keinen neuen Satz Reifen zur Verfügung gehabt um noch einmal richtig anzugasen.

So reichte es in meiner Gruppe nur für den 12. Rang, was Startplatz 25 für die beiden Rennen bedeutete. Dies war insofern frustrierend, weil ich genau wusste, dass mit einem neuen Satz Reifen noch mehr drinn gewesen wär aber auch weil wir von den Zeiten her sicherlich 5 Plätze weiter vorne gestanden hätten, da die zweite Qualy-Gruppe durchschnittlich langsamer war als wir in der ersten.

Schlussendlich sind die Regeln so, die muss man akzeptieren und es gab nichts anderes als einfach nach vorne zu schauen und das erste Rennen in Angriff zu nehmen

 

Rennen 1

Am Start das selbe Problem wie beim ersten Mal – man hat als 25. Keine Chance die Lichter der Startampel zu sehen. In Anbetracht der Tatsache dass man 2014 sogar im Clio Cup eine zusätzliche Ampel aufgestellt hat fand ich das hier seitens des Veranstalters etwas schwach.

Der Konkurrent vor mir erwischte einen absoluten Raketenstart, fuhr etwas früher los und ich dachte wirklich ich sei stehen geblieben. Allerdings schoss auch ich an meinem Konkurrenten rechts vorbei und im Rückspiegel konnte mir keiner folgen, so schlecht konnte das also nicht gewesen sein. In der ersten Kurve war ich wieder dran und erwischte eine sehr gute Anfangsphase, konnte mich an mehreren Konkurrenten vorbeizwängen und blieb meinen Vordermännern dicht auf den Fersen. Das Rennen nahm seinen Lauf und das Feld wurde 2x durch eine SafetyCar Phase wieder zusammengestaucht, was mir nicht sonderlich diente. Als das Rennen wieder aufgenommen wurde fand ich mich in der vorletzten Runde auf dem 18. Platz wieder, was eine Steigerung um 7 Plätze und weitere wertvolle Punkte bedeutet hätte. Hätte!

Als ich in Kurve 2 auf die kurze Zwischengerade rausbeschleunigen wollte, gab es plötzlich einen lauten Knall und mein Vortrieb war plötzlich komplett lahmgelegt. Mir blieb also nichts anderes übrig als meinen Seat am Rand zu parken und zuzuschauen, wie das Feld noch einmal vorbeifuhr und dann die Ziellinie überquerte. Nach einer Schadensanalyse nach dem Parc Fermé mussten wir feststellen, dass der Flansch der Antriebswelle komplett abgerissen war. Ziemlich schade, da die Schwachstelle schon vom letzten Jahr bekannt war und es ein Update-Teil gibt, welches wir anschliessend auch verbaut haben.

 

Rennen 2

Die Witterungsbedingungen für Rennen 2 waren nicht gerade das, was ich mir als „ideal“ vorstelle.

Nasse, abtrocknende Fahrbahn und keine Starter vor uns, die schon mal das gröbste hätten trocken fahren können. Nach der Runde in die Startaufstellung war allerdings klar, es muss mit Slicks gestartet werden wenn man gegen Ende des Rennens dabei sein will, dafür haben wir uns dann auch entschieden.

Ich ging den Start und die erste Runde etwas zu vorsichtig an und konnte nur knapp den Anschluss halten. Als es dann richtig anfing abzutrocknen war mein Auto allerdings top und ich konnte Position um Position gutmachen. In Kurve 3 bekam ich dann gegen Mitte des Rennens einen heftigen Schlag aufs Rad, was mich kurzzeitig völlig aus dem Konzept brachte und einen Fahrfehler meinerseits zur Folge hatte. Ganze 4 Konkurrenten schlüpften an mir vorbei und ich (sorry für den Ausdruck) kotzte fast in den Helm vor Wut.

Mit dem Messer zwischen den Zähnen entschied ich mich für alles oder nichts, gab richtig Gas und würgte mich innerhalb von 3 Runden an 5 Konkurrenten vorbei. Dabei war besonders erfreulich, dass meine Zeiten gegen Ende des Rennens richtig konkurrenzfähig waren, auch gegenüber den Fahrern in den Top 10!

Beim Überqueren der Ziellinie wurde ich dann doch noch als 20. gewertet und sicherte mir somit einen weiteren Punkt.

Im Gegensatz zum RedBullRing, wo ich über den Punkt noch hocherfreut war, frustrierte mich das hier sehr. Wir wären absolut bei den Leuten gewesen, das Auto lief super und auch im Zweikampf hat alles funktioniert. Die Ausbeute war sicherlich meiner Leistung und auch der des ganzen Teams nicht angemessen.

Da ich die ganze Saison immer noch als „Lehrjahr“ betrachte, hielt der Frust nur kurz an und wir konzentrieren uns nun voll auf den nächsten Lauf in Zandvoort (NL), einer absolut fantastischen und fahrerisch anspruchsvollen Old-School Strecke!