24. Stundenrennen Nürburgring Nordschleife 2015

Nun war es also so weit, das grösste Abenteuer meiner bisherigen Motorsport Karriere stand bevor, das 24-Stunden Rennen an der legendären Nürburgring Nordschleife.

Da man an diesem einzigartigen Event idealerweise 4 Fahrer im Team hat, haben Holger Goedicke und ich uns nach langer Vorbereitungsphase dazu entschlossen, uns mit unseren Konkurrenten in der aktuellen VLN Meisterschaft, Axel und Max Friedhoff zusammen zu tun.
Schon am Mittwoch reisten beide Lager, die Friedhoff Truppe und die Jungs von Schläppi Race Tec hochmotiviert mit einem Grossaufgebot an Teammitgliedern an, so dass vom Koch bis über den Teamchef alles vorhanden war, was das Herz begehrte.
Die Tage Donnerstag und Freitag verliefen relativ gemütlich. Jeder drehte mit unserem Honert Schrauben Clio ein paar Runden um sich ans Auto zu gewöhnen und Holger qualifizierte uns am Freitagmorgen auf den letzten Drücker auf Rang 2 in der SP3 Klasse.

Das Rennen:

Wir entschieden uns dazu, dass Holger die Startphase übernimmt und ich den zweiten Stint fahre. Wir wussten, dass wir im optimalen Fall  14 Runden absolvieren können, bis wir an die Box zum auftanken müssen.
Die Startphase verlief für unser Team optimal und Holger hielt sich den kompletten Stint lang auf dem zweiten Zwischenrang. Kurz vor Ablauf seiner Zeit begann es zu Regnen und er musste frühzeitig die Box ansteuern um Regenreifen aufzuziehen. Kurzerhand entschlossen wir uns auch gleich den Fahrerwechsel durchzuführen und ich hüpfte vollmotiviert ins Auto.
Schon früh merkte ich, dass die Konditionen bald wieder einen Wechsel auf Slicks zulassen würden und so absolvierte ich nach 2 Runden einen weiteren Boxenstopp.
Mein Stint verlief problemlos und so konnten wir dank konstant zügigen Rundenzeiten und einer tollen Leistung des gesamten Teams bei den Boxenstopps bald den ersten Zwischenrang in der SP3 Klasse einnehmen.

Nach mir absolvierten Max und Axel Friedhoff ihre Stints teilweise unter schweren Bedingungen, bevor Holger zu seiner zweite Fahrt mitten in der Nacht antrat. Auf dem zweiten Zwischenrang liegend verlor er in der Nacht keine Zeit auf den Führenden und übergab mir das Auto wieder auf dem zweiten Zwischenrang.
Schon als ich aus der Box rollte, bemerkte ich, dass etwas nicht stimmen konnte. Der Clio verursachte einen ohrenbetäubenden Lärm und erzeugte Vibrationen, die teilweise so heftig waren, dass ich Angst hatte gleich den Boden unter den Füssen zu verlieren.
Leider verstand ich unter diesen Bedingungen auch den Funk nicht mehr deutlich und ich fuhr 2 Stunden in die Dämmerung hinein, bevor die Umstände mich zum Ansteuern an die Box zwangen.
Schon der Blick, als unser Teamchef die Haube öffnete verriet nichts Gutes. Wir mussten das Auto in die Box schieben und nach einer kurzen Analyse war klar, dass das Abenteuer 24H Rennen Nordschleife hier für uns um 06.42 beendet war.
Zwei Rohre des Auspuffkollektors haben sich komplett verabschiedet, was einen erheblichen Temperaturanstieg im Motorraum zur Folge hatte. Diverse Teile sind sozusagen davongeschmolzen. Eine Reparatur hätte hier keinen Sinn gemacht, da auch die Benzinleitung kurz vor dem durchsengen war und die Ursache der Vibrationen nicht ausfindig gemacht werden konnte.

Alles in allem sind wir froh, dass ich früh genug in die Box gerollt bin. Vielleicht eine Runde später und über dem Feuer unseres Fahrzeuges hätte man problemlos ein Spanferkel grillen können.
PS: Ein Teil meiner Schuhsohle müsste noch am Gaspedal angeschmolzen sein 😉

Auch trotz des Ausfalls, war es ein unvergessliches Erlebnis.

Mein Dank gilt:

  • Meinen Mitfahrern, welche alle einen tollen Job geleistet haben
  • Matthias Schläppi für die top Organisation
  • Holger der dies alles erst möglich gemacht hat und auch noch eine tolle Unterkunft bereitgestellt hat
  • Allen Mechanikern, welche bei den Boxenstopps und bei der Vorbereitung einen tollen Job geleistet haben
  • Dem Catering Team aus dem Hause Friedhoff, welches Rund um die Uhr für unser Wohl gesorgt hat
  • Und natürlich meinem Vater, welcher zwar nicht der weltbeste Wohnwagenpilot ist, aber immer mit einem aufmunternden Wort zur Seite steht

Ich denke, dass dies nicht mein letztes 24H Rennen war.