Saisonvorschau 2016 – BMW m235i racing cup

Einleitung Saison 2016 BMW m235i racing cup

Die Saison 2015 mit dem Honert Schrauben Clio war sicherlich nicht so erfolgreich wie wir uns das vorgestellt hatten. Viele technische Defekte machten unseren Plan, die Kategorie SP3 zu gewinnen und einen Spitzenplatz im Gesamtklassement zu erreichen schon von Beginn an zunichte.
Besonders bitter ist im Nachhinein die Tatsache, dass der Gesamtsieger der VLN 2015 tatsächlich aus der SP3 Kategorie hervorging.
Nichts desto trotz sind wir vom Konzept der VLN überzeugt und vom Mythos Nordschleife so begeistert, dass wir uns auch für 2016 entschieden haben, bei den Rennen in der „Grünen Hölle“ am Start zu sein.

Eigentlich durch einen Zufall machte uns mein jetziger Teamkollege, Benny Leuchter, auf das Team „racing one“ aufmerksam. Kurz darauf waren wir dann auch schon bei den Wintertests in Spa (E) und in Portimao (P) mit meinem neuen Einsatzgerät, dem m235i racing cup und schnell war klar, dass wir in dieser Klasse die mit über 20 Teilnehmern die am stärksten besetzte Cup Klasse der VLN ist, an den Start gehen werden.

Ich freue mich auf eine spannende, lehrreiche und hoffentlich erfolgreiche Saison 2016

Team: racing one
Einsatzfahrzeug: BMW m235i racing
Teamkollegen: Benjamin Leuchter, Dennis Wüsthoff

3. Oktober 2015, VLN8 – 55. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen

Nach einer mehrwöchigen Pause hiess es am letzten Wochenende wieder einmal: Flat out. Wettervorhersage gut, Team und Fahrer motiviert. Soviel zu den Rahmenbedingungen des 8. Laufs zur VLN Langstreckenmeisterschaft.

Training und Qualifing

Wie immer absolvierten wir das Training am Freitagnachmittag ohne Probleme und konnten nach mehreren Umgängen sogar noch eine Verbesserung am Fahrwerk vornehmen, welche uns zusätzlichen Mut und Zuversicht für das Rennen am nächsten Tag vermittelte.
Im Zeitfahren am frühen Samstagmorgen setzte sich Danz als erster in den Honert Schrauben Clio und konnte eine relativ freie Runde absolvieren, die leider auch einen kleinen Schnitzer beinhaltete. Goedicke ging seine Runde ruhig an, da wir uns mit der gefahrenen Zeit relativ sicher glaubten. Kurz vor Ende konnte sich jedoch unsere Konkurrenz wieder einmal vor uns platzieren und uns blieb erneut nur die zweite Startposition. Da die Zeiten aber so nah zusammenlagen, machte dies auch in der Startgruppe nicht viel aus und so konnten wir das Rennen direkt hinter unseren Mitbewerbern in Angriff nehmen.

Rennen

Der Start um Punkt 12.00 verlief dann einigermassen OK. Danz konnte sich direkt hinter den beiden Gronek Brüdern platzieren vermochte auch die Pace weitgehend mitzugehen. Da die Konkurrenz dem Anschein nach aber wesentlich besser motorisiert zu sein scheint, war ein Vorbeikommen nur durch einen Fehler des Mitbewerbers möglich. Dieser spulte jedoch sicher und routiniert seine Runden ab und vermochte einen kleinen Vorsprung herauszufahren. Nach etwas weniger als einer Stunde war das Rennen für Schläppi Race Tec jedoch wieder vorzeitig zu Ende. Ein Flaggenposten kurz vor dem ersten Sprunghügel zeigte die falsche Flagge, so dass der Pulk in dem Danz sich befand nicht auf die Doppelgelbphase aufmerksam wurde. Der vor Danz liegende Porsche Cayman stieg dann als er es bemerkte so dermassen in die Eisen, dass für Danz kein Platz mehr blieb und er so den Honert Schrauben Clio erst im Heck des Caymans parkte und anschliessend noch hart in die Leitplanken einschlug.

Goedicke war an diesem Wochenende also nur zum Zuschauer verdammt und konnte nicht aktiv ins Geschehen eingreifen. Ob der Clio bis in zwei Wochen zum 9. VLN Lauf wieder auf den Beinen steht, ist zudem mehr als fragwürdig.

5. September 2015, VLN7 – Opel 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen

Zweiter Platz beim Saisonhighlight für Schläppi Race Tec

Mittlerweile bei VLN Lauf Nummer 7 angelangt, stand diesmal das Highlight der Saison auf dem Plan. Der einzige Lauf, welcher über 6 Stunden dauert. Sozusagen das Mini-24h Rennen.

Training und Qualifing

Da beim letzten Lauf einige Probleme am Motor auftraten, wurde der Freitagnachmittag mehrheitlich zu Abstimmungszwecken am Antrieb genutzt. Der Motor lief jedoch weiterhin nicht ganz komplikationsfrei und so wurden für das Zeittraining am frühen Samstagmorgen noch einige Einstellungen vorgenommen.
Das Zeittraining am folgenden Tag hätte kaum chaotischer verlaufen können. Das Wetter war wieder einmal mehr als launisch und die Reifenwahl wurde zur absoluten Lotterie. Als erstes nahm Danz die Strecke auf Slicks unter die Lupe. Nach einer Runde wechselte er jedoch auf Regenreifen, was sich wiederum als falsch herausstellte. Nach bescheidenen zwei Runden stieg Goedicke ein und konnte wiederum auf Slicks die Zeit massgebend verbessern, was uns schlussendlich den zweiten Startplatz in der SP3 Klasse bescherte. Zum Schluss stieg noch der Teamchef Schläppi ein, welcher das Team Goedicke / Danz auf dem Honert Schrauben Clio dieses Wochenende fahrerisch ergänzte. In dieser Phase war die Strecke jedoch so nass, dass er keine Verbesserung der Rundenzeit mehr zu Stande brachte.

Rennen

Auch der Start zum Rennen war eine reine Lotterie. Auf Grund des Wetterradars und des Bauchgefühls, entschieden sich die drei Fahrer gemeinsam das Rennen auf Slicks anzutreten. Da Schläppi unter diesen Bedingungen am meisten Erfahrung mitbrachte, wurde er als Startfahrer gesetzt. Kurz vor dem Start begann es wieder zu Regnen und die Hoffnung auf eine gute Ausgangslage war bei den beiden Zuschauern Goedicke / Danz schon fast verloren. Schläppi zeigte jedoch sein ganzes fahrerisches Können und fuhr im nassen mit dem Slick bereiften Clio einen hervorragenden Start. Durch diese sehenswerte Darstellung schaffte er es, einen Vorsprung von fast 4 Minuten auf den ersten Verfolger herauszufahren.
Nach zwei Stunden traf uns das Pech dann wieder mitten ins Herz. Ein Reifenschaden kurz nach dem Schwedenkreuz kostete uns nicht nur den Vorsprung, wir büssten auch noch weitere 3 Minuten auf den jetzt in Führung liegenden Clio ein.
Danz übernahm den Schrauben Clio für den zweiten Stint und versuchte erfolglos den Rückstand wieder weg zu machen. Nach dem Boxenstopp war das Timing so schlecht, dass er rundenlang in einer stärker motorisierten Gruppe fest hing und viel zu viel Zeit auf den Führenden einbüssen musste.
Nach einem langen Stint von Danz übernahm Goedicke den Clio und musste nach einigen Runden eine Zeitstrafe absitzen, welche uns wegen zu schnellem Fahren unter Doppelgelb im ersten Stint aufgebrummt wurde. Gegen Schluss kam er dem Führenden in Riesenschritten näher, was aber nicht ausreichte um den Sieg einzufahren. So überquerte Goedicke nach insgesamt 6 Stunden die Ziellinie als Zweitplatzierter in der SP3 Klasse.

Positiv ist nun, dass wir keinerlei Motorprobleme mehr haben und nun schon beim dritten Rennen in Folge eine Zielankunft feiern konnten. Die letzten drei Rennen versprechen also eine aussichtsreiche Ausgangslage für Schläppi Race Tec.

22. August 2015, VLN6 – 38. RCM DMV Grenzlandrennen

Die Nordschleife begrüsste uns nun schon zum dritten Mal in Folge mit strahlendem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen. Kurz wurde daran gezweifelt ob wir uns nicht etwa verfahren hätten, die anderen Teilnehmer waren aber auch alle da und wir gingen davon aus, dass sich das Wetter entschieden hat sich für die unzähligen wiedrigen Wetterbedingungen zu entschuldigen.
Wie üblich trat Schläppi Race Tec auch diesmal mit dem Duo Goedicke/Danz an, diesmal mit dem klaren Ziel, den Klassensieg nach Hause zu fahren.

Training und Qualifing

Das Freitagstraining verlief wie gewohnt ruhig. Es wurden verschiedene Motoreinstellungen getestet und zum Schluss, zur Freude der Mechaniker, einige Taxifahrten absolviert.

Für das Zeittraining am Samstagmorgen, begab sich wie gewohnt Danz als erster auf die Strecke. Er entschied sich dafür, vorne mit den letztjährigen und hinten mit den aktuellen Michelin Reifen zu starten. Nach zwei Runden stellte sich heraus, dass die Kombination alles andere als ideal sein sollte und es stand lediglich eine 9.37 auf dem Display. Als nächstes stieg Goedicke in den Honert Schrauben Clio ein und versuchte die Runde zu verbessern, was Ihm jedoch nicht gelang. Da sich mittlerweile zwei Konkurrenten in der SP3 Klasse vor uns befanden, entschied sich das Team dafür, Danz nochmal auf die Strecke zu schicken. Ein Fehler seitens der Motorelektronik hinderte ihn aber daran, noch einmal auf eine schnelle Runde zu drehen.

Rennen

Das Rennen nahm Schläppi Race Tec also auf dem dritten Rang der SP3 Klasse in Angriff. Goedicke konnte sich am Start direkt hinter den beiden Konkurrenten behaupten und spulte ohne Zwischenfälle seinen knapp zweistündigen Stint ab. Da ein Mitbewerber vor uns einen Boxenstopp mehr einlegen musste, konnte Danz den Clio kurz vor Rennhälfte auf dem zweiten Platz übernehmen. Es dauerte jedoch nicht lange bis der wesentlich stärker motorisierte Honda Civic sich auf der langen Geraden wieder an Danz vorbeischob und das Schläppi Race Tec Team so auf den dritten Rang verwies.

Das weitere Rennen verlief ohne Zwischenfälle und so nahmen wir nach der Renndauer von 4 Stunden die Punkte für den dritten Gesamtrang in der SP3 Klasse entgegen.

Das nächste Rennen wird neben dem 24 Stunden Rennen das Highlight des Jahres. Am 05.09.15 finden auf der Nürburgring Nordschleife der 7. Lauf zur VLN statt, welcher sich diesmal über 6 Stunden erstreckt.

1. August 2015, VLN5 – 47. ADAC Barbarossapreis

Training und Qualifing

Auf Grund der Vorkommnisse in den vergangenen VLN Läufen entschied sich Schläppi Race Tec dafür, diesmal schon am Donnerstag anzureisen, um am Freitagmorgen das Freie Training dafür zu Nutzen, den Honert Schrauben Clio auf Herz und Nieren zu prüfen und eventuelle Fehlerquellen zu eliminieren.
Die Testfahrten verliefen zur Zufriedenheit aller Anwesenden ohne grössere Zwischenfälle und der Clio mit den beiden Fahrern Holger Goedicke und Fabian Danz absolvierte einen mehrstündigen Longrun auf dem Grand Prix Kurs.
Am Nachmittag ging es dann wieder auf die 25km lange Nordschleife. Auch hier konnten wir zügige Trainingsrunden absolvieren und uns nach einer längeren Pause wieder etwas an die Strecke gewöhnen.

Das Zeitfahren am Morgen eröffnete Fabian mit einer ihn nicht zufriedenstellenden 9.39er Runde. Die beiden nachfolgenden Fahrer Holger Goedicke und Mathias Schläppi konnten jedoch auf Grund des Verkehrs und der Reifenwahl die Zeit nicht mehr unterbieten. So platzierten wir den Honert Schrauben Clio auf dem zweiten Rang in der SP3 Klasse, direkt hinter unseren Hauptkonkurrenten von Gronek Motorsport.

Rennen

Den Start bestritt diesmal Holger Goedicke. Mit schnellen Runden am Anfang, setzte er den Grundstein für eine packende Aufholjagd. Leider wurde diese auf Grund eines Problems mit den Reifen schneller beendet als uns lieb war und Holger musste nach ca. 1h 20min die Box ansteuern. Bei dieser Gelegenheit stieg Fabian ins Auto und jagte den Clio die nächsten 2 Stunden um den anspruchsvollen Rundkurs. Das dabei der Funkkontakt abbrach war sicherlich nicht gerade eine Hilfe, wurde aber von beiden Seiten her bravourös gemeistert. Schläppi Race Tec war über lange Zeit konstant schneller als die Konkurrenz, musste aber durch den verfrühten Stopp 40min vor Schluss noch einmal einen Tankstopp einlegen.
Für den letzten Stint gab dann der schnelle Teamchef Mathias Schläppi sein Comback in der VLN. Doch der Rückstand war auf Grund des zusätzlichen Boxenstopps zu gross und so überquerte er die Ziellinie nach 4 Stunden Renndistanz an zweiter Stelle der SP3 Klasse.

Das erste Podium der Saison ist realisiert. Was zählt ist aber der Sieg, und den peilen wir beim nächsten Lauf der VLN an.

20. Juni 2015, VLN3 – 57. ADAC ACAS H&R-Cup

Zugegebenermassen sind wir dieses Jahr bis jetzt noch nicht vom Glück verfolgt. Nach dem niederschmetternden Ausfall am 24 Stunden Rennen vor knapp 2 Monaten war es nun an der Zeit, der Konkurrenz mal zu zeigen wo der Hammer hängt.

Training und Qualifing

Das Wetter zeigte sich schon am Freitag von seiner besten Eifel-Seite. Nass, kalt und irgendwie doch trocken. Auf jeden Fall ungemütlich und keinesfalls dem Sommeranfang würdig.
Auch an diesem dritten VLN Lauf wurde der Schrauben Clio wieder vom Duo Holger Goedicke und Fabian Danz pilotiert. Das freie Training am Freitag wurde hauptsächlich genutzt um die Funktionalität nach der Revision zu prüfen. Auch konnten sich die beiden Fahrer nach langer Pause wieder ein wenig an Fahrzeug und Strecke gewöhnen. Das Training wurde also erfolgreich absolviert und das Fahrzeug funktionierte einwandfrei.
Als das Team kurz vor Feierabend noch schnell die Frontscheibe ersetzen wollte, passierte dann leider noch ein Highlight negativen Ursprungs. Beim Entfernen einer Abdeckung wurde wohl der Auslöser für das interne Löschsystem des Clios betätigt. Nach einer gross ausgelegten Putzaktion fanden dann aber auch die Mechaniker irgendwann den Weg ins Bett.

Am Samstagmorgen war es wiederum regnerisch und kalt. Fabian pilotierte den Clio als erstes um die Nordschleife um eine Qualyzeit zu fahren. Dabei fuhr er allerdings zu früh über die Startlinie und die Rundenzeit wurde nicht gewertet. Unter immer stärker einsetzendem Regen und zweimal Doppelgelb war die zweite Runde nicht wirklich brauchbar.
Als zweites setzte sich Holger ins Fahrzeug und konnte mit einer sauberen Runde die zweitbeste Zeit unserer Klasse herausfahren. Der Abstand zum Polesetter war jedoch relativ gross, da dieser wohl noch eine Runde im Trockenen erwischt hatte.

Rennen

Für das Rennen wurde Fabian als Startfahrer gesetzt. Das Wetter sah diesmal sogar aus als würde es trocken bleiben. So starteten alle Bewerber auf Slicks.
Schon am Start konnte Fabian durch eine clevere Linienwahl viele Plätze gut machen. Anschliessend hatte er oft Pech mit den Überrundungen, was den Abstand zum Erstplatzierten zeitweise noch erhöhte. Mit konstant schnellen Rundenzeiten holte Fabian in Verlaufe der Zeit einen 14 Sekunden Abstand auf und lieferte sich in der Folge einen sehenswerten Zweikampf mit dem Team Groneck. Nach mehreren Runden zog der Mitbewerber wieder an Fabian vorbei und konnte dank einer ungünstigen Doppelgelbphase wieder etwas an Boden gut machen.

Kurz vor Ende des ersten Stints nahm das Übel leider wieder seinen Lauf. Beim ersten Sprunghügel vor dem Abschnitt Pflanzgarten brach bei der Landung die Aufhängung vorne rechts entzwei und das Rennen war nach knapp 2 Stunden für uns zu Ende.

Als Positives nehmen wir sicher mit, dass der Honert Schrauben Clio die schnellste Rennrunde gedreht hat.

24. Stundenrennen Nürburgring Nordschleife 2015

Nun war es also so weit, das grösste Abenteuer meiner bisherigen Motorsport Karriere stand bevor, das 24-Stunden Rennen an der legendären Nürburgring Nordschleife.

Da man an diesem einzigartigen Event idealerweise 4 Fahrer im Team hat, haben Holger Goedicke und ich uns nach langer Vorbereitungsphase dazu entschlossen, uns mit unseren Konkurrenten in der aktuellen VLN Meisterschaft, Axel und Max Friedhoff zusammen zu tun.
Schon am Mittwoch reisten beide Lager, die Friedhoff Truppe und die Jungs von Schläppi Race Tec hochmotiviert mit einem Grossaufgebot an Teammitgliedern an, so dass vom Koch bis über den Teamchef alles vorhanden war, was das Herz begehrte.
Die Tage Donnerstag und Freitag verliefen relativ gemütlich. Jeder drehte mit unserem Honert Schrauben Clio ein paar Runden um sich ans Auto zu gewöhnen und Holger qualifizierte uns am Freitagmorgen auf den letzten Drücker auf Rang 2 in der SP3 Klasse.

Das Rennen:

Wir entschieden uns dazu, dass Holger die Startphase übernimmt und ich den zweiten Stint fahre. Wir wussten, dass wir im optimalen Fall  14 Runden absolvieren können, bis wir an die Box zum auftanken müssen.
Die Startphase verlief für unser Team optimal und Holger hielt sich den kompletten Stint lang auf dem zweiten Zwischenrang. Kurz vor Ablauf seiner Zeit begann es zu Regnen und er musste frühzeitig die Box ansteuern um Regenreifen aufzuziehen. Kurzerhand entschlossen wir uns auch gleich den Fahrerwechsel durchzuführen und ich hüpfte vollmotiviert ins Auto.
Schon früh merkte ich, dass die Konditionen bald wieder einen Wechsel auf Slicks zulassen würden und so absolvierte ich nach 2 Runden einen weiteren Boxenstopp.
Mein Stint verlief problemlos und so konnten wir dank konstant zügigen Rundenzeiten und einer tollen Leistung des gesamten Teams bei den Boxenstopps bald den ersten Zwischenrang in der SP3 Klasse einnehmen.

Nach mir absolvierten Max und Axel Friedhoff ihre Stints teilweise unter schweren Bedingungen, bevor Holger zu seiner zweite Fahrt mitten in der Nacht antrat. Auf dem zweiten Zwischenrang liegend verlor er in der Nacht keine Zeit auf den Führenden und übergab mir das Auto wieder auf dem zweiten Zwischenrang.
Schon als ich aus der Box rollte, bemerkte ich, dass etwas nicht stimmen konnte. Der Clio verursachte einen ohrenbetäubenden Lärm und erzeugte Vibrationen, die teilweise so heftig waren, dass ich Angst hatte gleich den Boden unter den Füssen zu verlieren.
Leider verstand ich unter diesen Bedingungen auch den Funk nicht mehr deutlich und ich fuhr 2 Stunden in die Dämmerung hinein, bevor die Umstände mich zum Ansteuern an die Box zwangen.
Schon der Blick, als unser Teamchef die Haube öffnete verriet nichts Gutes. Wir mussten das Auto in die Box schieben und nach einer kurzen Analyse war klar, dass das Abenteuer 24H Rennen Nordschleife hier für uns um 06.42 beendet war.
Zwei Rohre des Auspuffkollektors haben sich komplett verabschiedet, was einen erheblichen Temperaturanstieg im Motorraum zur Folge hatte. Diverse Teile sind sozusagen davongeschmolzen. Eine Reparatur hätte hier keinen Sinn gemacht, da auch die Benzinleitung kurz vor dem durchsengen war und die Ursache der Vibrationen nicht ausfindig gemacht werden konnte.

Alles in allem sind wir froh, dass ich früh genug in die Box gerollt bin. Vielleicht eine Runde später und über dem Feuer unseres Fahrzeuges hätte man problemlos ein Spanferkel grillen können.
PS: Ein Teil meiner Schuhsohle müsste noch am Gaspedal angeschmolzen sein 😉

Auch trotz des Ausfalls, war es ein unvergessliches Erlebnis.

Mein Dank gilt:

  • Meinen Mitfahrern, welche alle einen tollen Job geleistet haben
  • Matthias Schläppi für die top Organisation
  • Holger der dies alles erst möglich gemacht hat und auch noch eine tolle Unterkunft bereitgestellt hat
  • Allen Mechanikern, welche bei den Boxenstopps und bei der Vorbereitung einen tollen Job geleistet haben
  • Dem Catering Team aus dem Hause Friedhoff, welches Rund um die Uhr für unser Wohl gesorgt hat
  • Und natürlich meinem Vater, welcher zwar nicht der weltbeste Wohnwagenpilot ist, aber immer mit einem aufmunternden Wort zur Seite steht

Ich denke, dass dies nicht mein letztes 24H Rennen war.

25. April 2015, VLN2 – 40. DMV 4-Stunden-Rennen

Für dieses Jahr haben wir uns eine neue Herausforderung ausgesucht. Ich starte dieses Jahr in der VLN Langstreckenmeisterschaft mit meinem neuen Team Schläppi Race Tec in einem VLN Clio, zusammen mit meinem Deutschen Teamkollegen Holger Goedicke.
Die 10 Läufe der VLN Meisterschaft werden allesamt auf der legendären Nürburgring Nordschleife durchgeführt. 9 davon sind 4 Stunden Rennen, eines geht sogar über 6 Stunden.
Wir starten hier mit unserem Honert-Schrauben Clio in der gut besetzten SP3 Klasse. Hier tummeln sich die  2.0l Motoren ohne Aufladung.
Viel gemeinsam hat unser Clio mit einem Cup Clio nicht mehr. Durch die diversen Modifikationen im Verlaufe der Jahre hat sich der kleine Franzose zu einem regelrechten Geschoss entwickelt. Es ist für mich jedes Mal wieder erstaunlich, wie unglaublich schnell und ruhig sich das kleine Biest durch die Kurven jagen lässt. So kommt es nicht selten vor, dass uns die ganzen grösseren Fahrzeuge regelrecht im Weg stehen, bis es auf die lange Gerade zugeht und wir unseren hart erkämpften Vorsprung gegenüber den Grossen wieder kampflos hergeben müssen.

Auf Grund der tragischen Ereignisse im ersten Rennen, welches nach einem tödlichen Unfall in dem ein Zuschauer involviert war vorzeitig abgebrochen wurde, habe ich es unterlassen dazu einen Rennbericht zu verfassen, da dieser Lauf auch nicht in die Wertung einfliessen wird.

Training und Qualifing

Am Freitag findet jeweils von 16.00-18.00 ein freies Training statt. Wir nutzen dies jeweils um unsere Abstimmungen fürs Rennen zu optimieren. Dies verlief einwandfrei und wir waren definitiv bereit um am Samstagmorgen motiviert ins Zeittraining zu starten.
Der Samstag zeigte sich dann im typischen Eifelwetter. Es war kalt, nass, trocken, windig und irgendwie doch nichts von allem.
Ich startete nach dem Briefing um 08.20 als erster ins Zeittraining und steckte leider lange Zeit regelrecht im Verkehr fest. Nach drei Runden gelang es mir dann doch noch, eine einigermassen gute Runde über die Ziellinie zu bringen, welche schlussendlich für den zweiten Platz ausreichte.
Mein Teamkollege Holger hatte leider keine Chance mehr uns auf die Pole zu fahren, da das Wetter schlechter wurde und es immer mehr zu regnen begann.

Rennen

Das Rennen sollte also pünktlich um 12.00 starten und das Wetter war wie immer, relativ bescheiden. Ich sass als erster im Auto und war ab den Wetterkapriolen nicht gerade erfreut, da mir doch noch ein wenig die Erfahrung auf dieser doch sehr anspruchsvollen Strecke fehlt. Kurz vor dem Start regnete es in Strömen, als es dann aber auf die Einführungsrunde ging fing es schon an abzutrocknen.
Am Funk haben wir dann beschlossen, dass wir das Risiko eingehen und direkt nach der Einführungsrunde, ohne über Start zu fahren, auf Slicks wechseln.
Dies stelle sich im Verlaufe des Rennens als richtige Entscheidung heraus. Als es dann wieder zu regnen begann, wechselten wir frühzeitig auf Regenreifen und vollzogen den Fahrerwechsel. Nach dem Boxenstopp unserer Konkurrenten lagen wir mit ca. 20 Sekunden Vorsprung in Führung.
Leider wurde Holger schon nach wenigen Minuten von unserer übermotivierten Konkurrenz unsanft von der Strecke befördert, wobei er sich einen Schaden am Ölkühler zuzog und das Fahrzeug frühzeitig in der Box parkieren musste.

Es ist schade auf Grund einer unnötigen Aktion der Konkurrenz das Rennen frühzeitig beenden zu müssen. Der Verlauf des Rennens zeigt uns aber, dass wir ein starkes Team sind und in der Meisterschaft ganz oben stehen können. Es macht Spass mit einem so motivierten Team und einem tollen Teamkollegen zu arbeiten und ich freue mich auf den weiteren Verlauf der Saison.

Zum Schluss noch das grosse Highlight:
Am 16.05.15 / 17.05.15 werde ich zusammen mit Holger Goedicke, Axel und Max Friedhoff am 24 Stunden Rennen Nordschleife teilnehmen. Ich freue mich riesig auf den Event und hoffe, dass wir am Ende unseren Zieleinlauf feiern können!

14. / 15. Mai 2014, Nürburgring

Es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass das Rennen im Rahmen des 24h Rennens an der Nordschleife das absolute Saisonhighlight des Clio Cup Central Europe 2014 war. Die Atmosphäre dieses Rennens ist einfach gigantisch. Die unglaubliche Anzahl an Fans die am Rande stehen und jedem einzelnen Auto zujubeln das an Ihnen vorbeifährt, die Rauchschwaden von den Lagerfeuer der Campingplätze die über die ganze Strecke schweben und der Duft nach Bratwurst, welcher einem noch während dem Fahren hungrig werden lässt.

Freies Training

Im freien Training ging es darum die Strecke mit dem neuen Auto kennen zu lernen. Zum Glück bi ich in weiser Voraussicht einmal ein VLN Rennen zu Testzwecken gefahren und wusste darum schon einigermassen wo es lang geht. Das freie Training verlief somit recht gut und wir fanden uns nach gut einer Stunde auf der fünften Position des Feldes wieder. Der Abstand zur Spitze war schon relativ gross, jedoch wusste ich genau in welchen Kurven ich noch lange nicht am Limit war.

Zeittraining

Als ich am Morgen des Zeittrainings aufwachte, machten mir die Wetterbedingungen schon relativ grosse Sorgen. Es regnete ganz leicht und die Strecke war teilweise noch feucht. Nur Minuten vor dem Beginn des Zeittrainings wurde es als „Wet Practice“ definiert und somit waren Regenreifen erlaubt. Wir entschieden uns in letzter Sekunde doch noch die Regenreifen zu montieren fuhren raus. In der ersten Runde merkte ich mir, an welchen Stellen die Strecke noch nass war, um in den nächsten Runden Abflüge zu vermeiden. Die GP Strecke war noch komplett trocken, während es auf Teilen der Nordschleife noch stehendes Wasser hatte. Ich absolvierte eine sichere erste Runde und kam dann auf meine erste fliegende Runde. Nach einer schnellen Passage kurz vor dem Karussell stand ich ein wenig zu heftig in die Eisen und meine Reifen blockierten. Ich konnte die Bremse nicht mehr lösen und knallte mit voller Wucht frontal gegen einen Reifenstapel.
Ich versuchte sofort meine beteiligte Crew zu informieren und begutachtete den Schaden. Für mich waren es ein paar verbogene Teile und eine ramponierte Stossstange.

Als ich dann nach einer gefühlten Ewigkeit mit meinem ramponierten Kleinwagen in die Box gebracht wurde, mussten wir leider feststellen, dass eine Weiterfahrt mit diesem Auto am Sonntag leider unmöglich war. Der ganze Vorderbau meines Clios war verzogen und konnte nicht mehr gerichtet werden, so dass ich meine Teilnahme am Rennen leider absagen musste.

Ich möchte mich hier bei den tollen Streckenposten bedanken (welche mir neben der Strecke sogar noch ein Frühstück zubereiteten). Zudem entschuldige ich mich bei meinem Team T.A.C. Racing für meine bescheidene Leistung und das unnötige Ausscheiden durch einen blöden Fahrfehler. Ich bin überzeugt, dass mein Team mir das Auto in drei Wochen wieder perfekt hinstellt und ich am Nürburgring beim nächsten Rennen ein erfolgreiches Resultat einfahren w erde.

30. April / 1. Mai 2014, Spa

Hoch motiviert und mit einer restlichen Portion Wut im Bauch von Oschersleben her, machten wir uns auf zur Ardennen-Achterbahn in Spa zusammen mit dem Clio Cup Benelux in einem Feld gefahren sind. Somit gingen in Spa rund 40 Clios an den Start.
Die beiden freien Trainings verliefen relativ unspektakulär, abgesehen davon, dass immer etwa wieder ein Clio irgendwo im Gras oder in den Absperrungen stand und dadurch viele Gelbphasen verursacht wurden. Wir verloren ziemlich viel Zeit auf unsere Benelux-Kollegen und hatten somit viel zu tun mit unserer Datenanalyse.
Ins Qualy starteten wir mit einem tollen Setup und ich konnte in meiner Kategorie vorne mitmischen. Nach zwei Rot-Phasen welche durch zwei Totalschäden anderer Teilnehmer verursacht wurden, gelang es mir noch zwei anständige und schnelle Runden zu drehen. So sicherte ich mir für beide Rennen den dritten Startplatz in meiner Kategorie.

Rennen 3

Am Start verlief leider nicht alles optimal und ich musste mich von zwei Konkurrenten meiner Klasse überholen lassen. In der zweiten Kurve entstand dann ein regelrechtes Trümmerfeld, welchem ich nur um Haaresbreite ausweichen konnte. Durch diesen Tumult verlor ich in der ersten Runde den Anschluss an meine Mitkonkurrenten. Mein Auto lag jedoch absolut perfekt und ich konnte mich wieder an die Gruppe herankämpfen. Ganz zum Schluss gelang es mir einem Auto vorbeizukommen und ich sicherte mir den guten vierten Schlussrang in meiner Kategorie. Nach dem ersten Lauf war jedoch die Enttäuschung über das verpasste Podest grösser als die Freude über den vierten Rang. Ich war fest entschlossen, mir am Sonntag einen Platz auf dem Treppchen zu sichern.

Rennen 4

Mit einem gesunden Selbstbewusstsein und dem Gedanken im Hinterkopf diesmal aufs Treppchen zu fahren, stand ich am Sonntag in der Startaufstellung. In der Einführungsrunde funktionierte alles wie gewohnt und ich rollte auf meine Position um das Rennen zu starten. Genau in diesem Moment hatte mein Auto das Gefühl es müsse mir (wieder einmal) einen Strich durch die Rechnung machen. Mein Auto ging ohne jegliche Fremdeinwirkung aus und konnte vom mir nicht mehr gestartet werden. Ich signalisierte mein Problem mit wedeln der Fahrertüre und heftigem Winken (was uns im Briefing genauso erklärt worden wurde). Leider wurde ich nicht beachtet und der Start wurde vom Rennleiter freigegeben. Ich sass also in meinem Auto und 30 Fahrzeuge rauschten links und rechts neben mir vorbei. Erstens ist dies frustrierend, zweitens brandgefährlich. Nichts desto trotz konnte ich mein Auto nachdem alle an mir vorbeigezogen waren wieder starten. Ich kotzte förmlich in den Helm vor Wut über mein Auto.
Das Feld wurde dann durch eine Safety Car Phase zusammengebremst und ich konnte wenigstens wieder Anschluss an den hintersten im Felde finden. Relativ kompromisslos und mit dem Messer zwischen den Zähnen fuhr ich dann das Rennen zu Ende. Ich überholte mehr als 20 Autos und fand mich am Schluss an sechster Stelle meines Feldes wieder. Eigentlich muss man sagen, dass es ein „geiles“ Rennen war. Ich war so schnell wie die Spitze und preschte von ganz hinten wieder weit nach vorne. Leider wurde es wieder nichts nichts mit dem erhofften Podestplatz.
Beim nächsten Rennen an der Nordschleife (im Rahmen des 24h Rennens) mischen wir hoffentlich wieder ganz vorne mit!

Ich bedanke mich bei meinem Team T.A.C. Racing für das hervorragende Setup an meinem Auto und die Bemühungen, mein Auto vor dem zweiten freien Training wieder zum Laufen zu bringen. Es macht grossen Spass mit euch an den Rennwochenenden teilzunehmen