Rennbericht ADAC TCR Germany, Rennen 9 / 10 Nürburgring (D)

Da war er also wieder, der Nürburgring.

Meine inoffizielle Heimstrecke auf welcher ich sicherlich mit Hockenheim zusammen am meisten Kilometer in einem Rennwagen zurückgelegt habe.

Genau auf Grund dieser Tatsache habe ich grosse Erwartungen in dieses Wochenende gesteckt, welche dann auch endlich mal Erfüllt wurden!

 

Freies Training

Die freien Trainings liefen beide gut. Im Ersten konnte ich mich auf P14 positionieren, dies mit alten Reifen und einer nicht perfekten Fahrzeugeinstellung. Wir entschieden und dann im zweiten freien Training nicht wie viele andere neue Reifen aufzuziehen sondern absolvierten auch das zweite Training noch einmal mit abgefahrenem Material.

Kleine Änderungen am Setup wirkten sich äusserst positiv aus, so dass wir gut gerüstet ins Qualifying am selben Tag gehen konnten.

 

Zeittraining

Wir waren diesmal in Gruppe A eingeteilt und fuhren so als erste Gruppe auf die Strecke. Ich konnte gleich zu Beginn 2 gute Runden fahren und hielt mich irgendwo um Platz 5/6 herum in meiner Gruppe, was für einen Einzug ins Top 12 Qualy gereicht hätte.

Zu Mitte des Qualys entschieden wir, nochmal einen Satz frische Reifen für die Vorderachse aufzuziehen, in der Hoffnung noch eine schnelle Runde nachlegen zu können.

Leider konnte ich mir keine gute Ausgangslage verschaffen, so dass ich zu fest im Verkehr feststeckte und nur bis auf ein paar Tausendstel an meine Zeit rankam.

Leider verpasste ich das Top 12 Qualifying um 2 Plätze, sage und schreibe um 2 Zehntel. Die Enttäuschung war da, trotzdem waren wir so nah dran wie noch nie, auf den Spitzenreiter fehlten diesmal nur noch knapp 0.6 Sekunden!

Schlussendlich stand dann fest, dass ich beide Rennen von Startplatz 16 aus in Angriff nehmen konnte

 

Rennen 1

Ich hatte einen guten Start und konnte zu Beginn das Tempo mitgehen. In der dritten Kurve wurde dann Gelb geschwenkt und 2 Fahrzeuge überholten mich in dieser Phase, was so nicht erlaubt wäre. Ich muss zugeben dass ich die Gelbphase zuerst auch nicht gesehen habe, konnte die beiden Konkurrenten wieder überholen, musste diese dann aber anschliessend wieder passieren lassen da mittlerweile eine SafetyCar Phase eingeläutet wurde.

Nach dem SafetyCar hatte ich einen rundenlangen endlos-Kampf mit einem Opel Astra, an dem ich keinen Weg vorbei fand. Es ist unheimlich schwierig mit diesen Autos zu kämpfen, da sie im Gegensatz zu uns einen geringeren Kurvenspeed haben, dafür auf der Geraden „einiges“ an Mehrleistung abrufen.

Ich konnte dann leider keine Plätze mehr gutmachen und fand mich auf dem 17. Platz wieder, eine bittere Enttäuschung.

Zwischen den beiden Rennen haben wir uns viel mit den Fahrzeugdaten und meiner Fahrweise beschäftigt, um im 2. Rennen am Sonntag noch einmal voll angreifen zu können

 

Rennen 2

Das zweite Rennen startete unheimlich turbulent. Ich hatte einen richtigen Blitzstart und schoss auf die erste Kurve zu, als ich plötzlich durch einen regelrechten Trümmerhaufen aus Carbonteilen fuhr. Ich sah nur aus dem Augenwinkel, dass mein Teamkollege Dino Calcum mit dem Opel Astra hart in die Leitplanke nach der Boxeneinfahrt eingeschlagen ist und wusste, dass gleich ein SafetyCar folgen würde.

So war es dann auch die ersten 4 oder 5 Runden bevor es dann endlich den Restart gab.

Ich hatte einen richtig guten Speed und konnte mich problemlos nach vorne orientieren, bis plötzlich wieder ein Opel im Rückspiegel auftauchte. Von da an musste ich in den Verteidigungsmodus schalten um die Position nicht zu verlieren und anschliessend eingebremst zu werden.

Dies gelang mir das ganze Rennen lang, bis zur vorletzten Runde.

Der Opel ging aussen vorbei, griff gleich den vor mir fahrenden Golf an und ich konnte an beiden vorbeischlüpfen. Anschliessend hatte ich einen genügenden Abstand um die letzte Runde locker ins Ziel zu fahren und ich überquerte die Ziellinie an 9. Position!

Das erste Top Ten Ergebnis der Saison ist nun also endlich da!

Wir haben an diesem Wochenende bewiesen, dass wir keine Chaosveranstaltung wie in Zandvoort brauchen um vorne dabei zu sein und versuchen nun, auf der Platzierung aufzubauen und regelmässig in den TopTen zu gastieren.

Nun geht die TCR Germany in die wohlverdiente Sommerpause, bis es im September dann am Sachsenring und in Hockenheim den Schlussspurt geben wird!

Rennbericht ADAC TCR Germany, Rennen 7 / 8 Zandvort (NL)

Die nächsten zwei Läufe fanden auf dem kurvigen Dünenkurs in Zandvoort (NL) statt, einer Strecke die unmittelbar am Meer liegt und bei der sich ein Besuch jederzeit lohnt.

Da ich die Strecke nicht kannte reisten wir nach vielen Stunden Simulatortraining eine Woche vorher an um einen freien Testtag zu nutzen. Dieser lief ohne Probleme und wir waren sehr gut vorbereitet für die kommenden beiden Rennen.

 

Freie Trainings

Die freien Trainings liefen sehr gut, allerdings ist es immer schwierig die Zeiten zu beurteilen, da man nicht genau weiss wer zu welchem Zeitpunkt mit welchen Reifen unterwegs ist.

Gegen Schluss konnten wir noch ein Problem mit einem Stossdämpfer beseitigen, welches im Laufe der Zeit aufgetreten ist. Der Öhlins Support auf Platz leistet da jeweils sehr gute und fachkundige Unterstützung

 

Qualifying

Fürs Qualy waren wir diesmal in Gruppe B eingeteilt.

Ich erwischte eine gute Runde, bis mir in der letzten Kurve ein Mitkonkurrent unbeabsichtigt voll in die Linie fuhr. Durch diesen Zwischenfall verlor ich mehrere Zehntel und musste mich mit dem 11. Platz in meiner Gruppe zufrieden geben, was Startplatz 20 für die Rennen bedeutete.

Dies war sicherlich nicht ein Ergebnis auf welches wir stolz sein können, wir wussten aber, dass es noch besser laufen würde und ich im Rennen sicher einige Plätze gutmachen kann.

 

Rennen 1

Das erste Rennen in Zandvoort brachte alles mit, was es für ein absolutes Chaos benötigt. Schon in der Startaufstellung war unklar, welche Reifen die besser Wahl sein würden, da es bei bedecktem Himmel leicht zu nieseln begann. Ich kam beim Start gut weg und konnte meine Position halten, jedoch gab es hinter mir einen Startunfall und so kam erst das Safety Car raus, bis das Rennen eine Runde später durch die rote Flagge unterbrochen wurde.

Das Prozedere war dann äusserst chaotisch. Erst sortierte sich das komplette Fahrerfeld falsch für den Restart ein und später hatten einige Teilnehmer noch keine Reifen montiert als die 3 Minuten Ampel geschaltet wurde. Es gab also eine weitere Verzögerung, doch dazu später mehr.

Auch wenn die Bedingungen weiterhin unklar waren und die Tendenz eher Richtung Regen ging, entschieden wir uns die Slicks auf dem Auto zu lassen und auf etwas Glück zu hoffen.

Zu Beginn des Rennens war dies dann auch die Richtige Entscheidung. Ich konnte Platz um Platz gutmachen und fuhr bis auf den 8. Platz vor. Gegen Schluss des Rennens gab es dann noch einmal eine SafetyCar Phase, welche die Renndauer weiter hinauszögerte. Genau zum Zeitpunkt des Restarts für die letzten 2 Runden setzte dann der Regen ein.

Da dies mit Slicks eher nicht so ideal ist und ich auch die Bedingungen nicht mag musste ich die ganzen Konkurrenten mit Regenreifen wieder ziehen lassen und rollte schlussendlich auf dem 18. Platz ein. Eine richtige Ohrfeige war das.. Nichts desto trotz hätte ich immerhin Punkte mitgenommen WENN.. das Chaos beim Start nicht gewesen wäre:

Kurz nach Renn Ende kam der DMSB Runner zu uns, mit einem Papier in den Händen, nachdem ich eine 30 Sekunden Strafe bekommen sollte. Dies darum, weil wir beim Restart anscheinend noch bei der 3 Minuten Arbeiten am Auto ausgeführt hätten.

Die ganze Situation mit dem Restart war so unklar und schlecht kommuniziert, dass weitere 16(!) Teilnehmer die selbe Zeitstrafe erhielten und das Klassement komplett durcheinander gebracht wurde.

Als kleines Beispiel: Ich fuhr als 18. Über die Ziellinie und wurde als 23. gewertet. Der Konkurrent hinter mir, folglich 19., wurde als 8. gewertet. Ich muss dazu sagen, dass ich in all den Jahren in denen ich nun mit 4 Rädern im Kreis fahre noch nie so eine lächerliche Situation erlebt habe!

Es wird nun äusserst schwierig die Konkurrenz im Klassement wieder aufzuholen, da nun einige richtig dick Punkte eingefahren haben, die eigentlich nicht da vorne mitmischen. Es gibt nun halt nur noch eines.. noch mehr angasen!

 

Rennen 2

Zum 2. Rennen gibt es leider nicht viel zu sagen

Ich konnte keine ganze Runde absolvieren, bis sich ein schwedischer Mitfahrer hinter mir, der mir nun schon 3 Mal in die Quere gekommen ist, brutal verschätzte und gleich mich und einen anderen Mitstreiter ins Abseits beförderte. Ein absolut hirnloses Manöver mit keiner Aussicht auf Erfolg.

Leider ist es auch so, dass nicht alle genügend Anstand besitzen um sich nach so einer „Dive Bomb“ wenigstens zu entschuldigen.

Nun geht es Schlag auf Schlag weiter, in zwei Wochen findet bereits der nächste Event statt, diesmal auf einer meiner Heimstrecken, dem Nürburgring.

Ich freue mich riesig und hoffe, dass ich da mit meiner Erfahrung und meiner Streckenkenntnis ordentlich Punkte einfahren kann!

Rennbericht ADAC TCR Germany Rennen 5 / 6 Oschersleben (DE)

Nach dem schon fast tropischen Rennwochenende in Spielberg wo wir den ersten Punkt in der Gesamtwertung einfahren konnten, ging es am vergangenen Wochenende zurück nach Oschersleben, wo bereits die ersten zwei Rennen der TCR Germany ausgetragen wurden. Schon anfangs Saison war ich davon nicht sonderlich begeistert, da der Rundkurs in der Magdeburger-Börde nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstrecken gehört.

Nichts desto trotz reisten wir voller Motivation an, im Wissen dass es sicherlich besser laufen wird als noch bei den ersten zwei Rennen anfangs Saison.

 

Freie Trainings

Die Freien Trainings sind immer sehr schwer zu beurteilen, da man nie genau weiss wer mit welchen Reifen unterwegs ist. Wir spulten unser normales Testprogramm ab und waren mit den Zeiten eigentlich zufrieden. Das Auto fühlte sich super an und der Speed war kein Vergleich mehr zur ersten Veranstaltung in Oschersleben. Mit einem guten Gefühl beendeten wir den Tag und bereiteten unser Auto optimal für das am Samstag Morgen anstehende Zeitfahren vor.

 

Qualifying

Das Qualy wurde wie immer in zwei Gruppen eingeteilt, dies auf Grund der hohen Teilnehmerzahl

Ich konnte gleich von Beginn weg richtig pushen und lag in meiner Gruppe lange auf dem 7. Rang, was einen guten 14. Startplatz bedeutet hätte. Wir entschlossen uns dann gegen Ende des Qualys, als die Strecke noch einmal schneller wurde, vorne einen neuen Satz Reifen zu montieren und ich nahm nochmals einen Anlauf für eine schnelle Runde.

Leider merkte ich schon früh, dass etwas nicht stimmen konnte. Plötzlich hatte ich vor allem in Rechts-Kurven heftige Vibrationen im ganzen Auto. Total gefrustet musste ich also wieder in die Box und die Zeit reichte leider nicht mehr um noch einmal einen Anlauf zu nehmen, auch hätten wir keinen neuen Satz Reifen zur Verfügung gehabt um noch einmal richtig anzugasen.

So reichte es in meiner Gruppe nur für den 12. Rang, was Startplatz 25 für die beiden Rennen bedeutete. Dies war insofern frustrierend, weil ich genau wusste, dass mit einem neuen Satz Reifen noch mehr drinn gewesen wär aber auch weil wir von den Zeiten her sicherlich 5 Plätze weiter vorne gestanden hätten, da die zweite Qualy-Gruppe durchschnittlich langsamer war als wir in der ersten.

Schlussendlich sind die Regeln so, die muss man akzeptieren und es gab nichts anderes als einfach nach vorne zu schauen und das erste Rennen in Angriff zu nehmen

 

Rennen 1

Am Start das selbe Problem wie beim ersten Mal – man hat als 25. Keine Chance die Lichter der Startampel zu sehen. In Anbetracht der Tatsache dass man 2014 sogar im Clio Cup eine zusätzliche Ampel aufgestellt hat fand ich das hier seitens des Veranstalters etwas schwach.

Der Konkurrent vor mir erwischte einen absoluten Raketenstart, fuhr etwas früher los und ich dachte wirklich ich sei stehen geblieben. Allerdings schoss auch ich an meinem Konkurrenten rechts vorbei und im Rückspiegel konnte mir keiner folgen, so schlecht konnte das also nicht gewesen sein. In der ersten Kurve war ich wieder dran und erwischte eine sehr gute Anfangsphase, konnte mich an mehreren Konkurrenten vorbeizwängen und blieb meinen Vordermännern dicht auf den Fersen. Das Rennen nahm seinen Lauf und das Feld wurde 2x durch eine SafetyCar Phase wieder zusammengestaucht, was mir nicht sonderlich diente. Als das Rennen wieder aufgenommen wurde fand ich mich in der vorletzten Runde auf dem 18. Platz wieder, was eine Steigerung um 7 Plätze und weitere wertvolle Punkte bedeutet hätte. Hätte!

Als ich in Kurve 2 auf die kurze Zwischengerade rausbeschleunigen wollte, gab es plötzlich einen lauten Knall und mein Vortrieb war plötzlich komplett lahmgelegt. Mir blieb also nichts anderes übrig als meinen Seat am Rand zu parken und zuzuschauen, wie das Feld noch einmal vorbeifuhr und dann die Ziellinie überquerte. Nach einer Schadensanalyse nach dem Parc Fermé mussten wir feststellen, dass der Flansch der Antriebswelle komplett abgerissen war. Ziemlich schade, da die Schwachstelle schon vom letzten Jahr bekannt war und es ein Update-Teil gibt, welches wir anschliessend auch verbaut haben.

 

Rennen 2

Die Witterungsbedingungen für Rennen 2 waren nicht gerade das, was ich mir als „ideal“ vorstelle.

Nasse, abtrocknende Fahrbahn und keine Starter vor uns, die schon mal das gröbste hätten trocken fahren können. Nach der Runde in die Startaufstellung war allerdings klar, es muss mit Slicks gestartet werden wenn man gegen Ende des Rennens dabei sein will, dafür haben wir uns dann auch entschieden.

Ich ging den Start und die erste Runde etwas zu vorsichtig an und konnte nur knapp den Anschluss halten. Als es dann richtig anfing abzutrocknen war mein Auto allerdings top und ich konnte Position um Position gutmachen. In Kurve 3 bekam ich dann gegen Mitte des Rennens einen heftigen Schlag aufs Rad, was mich kurzzeitig völlig aus dem Konzept brachte und einen Fahrfehler meinerseits zur Folge hatte. Ganze 4 Konkurrenten schlüpften an mir vorbei und ich (sorry für den Ausdruck) kotzte fast in den Helm vor Wut.

Mit dem Messer zwischen den Zähnen entschied ich mich für alles oder nichts, gab richtig Gas und würgte mich innerhalb von 3 Runden an 5 Konkurrenten vorbei. Dabei war besonders erfreulich, dass meine Zeiten gegen Ende des Rennens richtig konkurrenzfähig waren, auch gegenüber den Fahrern in den Top 10!

Beim Überqueren der Ziellinie wurde ich dann doch noch als 20. gewertet und sicherte mir somit einen weiteren Punkt.

Im Gegensatz zum RedBullRing, wo ich über den Punkt noch hocherfreut war, frustrierte mich das hier sehr. Wir wären absolut bei den Leuten gewesen, das Auto lief super und auch im Zweikampf hat alles funktioniert. Die Ausbeute war sicherlich meiner Leistung und auch der des ganzen Teams nicht angemessen.

Da ich die ganze Saison immer noch als „Lehrjahr“ betrachte, hielt der Frust nur kurz an und wir konzentrieren uns nun voll auf den nächsten Lauf in Zandvoort (NL), einer absolut fantastischen und fahrerisch anspruchsvollen Old-School Strecke!

 

 

Rennbericht ADAC TCR Germany Rennen 3 / 4 Red Bull Ring Spielberg

Nach dem kleinen Desaster in Oschersleben, wo wir konkurrenzlos und ohne Ambitionen hinterhergerollt sind ging es nun nach Österreich an den Red Bull Ring in Spielberg, meiner absoluten Lieblingsstrecke (mal abgesehen von der Nordschleife).
Ziel war es, die ersten Punkte der Saison zu holen und irgendwo zwischen P10 und 20 ins Ziel zu kommen.

Idealerweise war es am Red Bull Ring möglich, am Donnerstag insgesamt 3 Stunden zu Testen.
Die meisten Fahrer der TCR Germany nutzten diese Gelegenheit natürlich und so war es möglich bereits einige Vergleiche zu ziehen.

In den freien Trainings vom Donnerstag/Freitag waren wir insgesamt gut dabei, konnten den Speed mitgehen und positionierten uns in etwa auf den angestrebten Positionen.

 

Zeittraining

Bei knapp 40 Teilnehmern ist es wichtig, sich im Zeittraining einen guten Startplatz zu verschaffen.

Mit grossen Ambitionen und dem Wissen, dass wir es durchaus in die Top 15 schaffen können legten wir also los. Nach den Aufwärmrunden merkte ich, dass etwas mit meinem linken Vorderreifen nicht stimmen konnte. Beim Anbremsen blieb dieser plötzlich jedes Mal stehen und auf der Geraden hatte ich starke Vibrationen. Bis wir das realisiert hatten war das Zeittraining leider auch schon vorbei und ich hatte mit Startplatz 31 und 32 wieder eine äusserst schwierige Ausgangslage vor mir.

Als wir uns nach dem Rennen den Reifen angesehen haben fiel uns auf, dass es nicht nach einem typischen Bremsplatten aussah, sondern eher als ob sich ein Teil des Reifens gelöst hatte.
Was genau und wie es passiert ist konnten wir leider nicht ganz nachvollziehen.

 

Rennen 1

Bei Temperaturen über 30 Grad ging es am Samstag ins erste Rennen.

Ich hatte leider keinen optimalen Start und konnte darum keine Positionen gutmachen.

Im weiteren Verlauf des Rennens konnte ich den Speed der vor mir fahrenden Fahrzeuge problemlos mitgehen und kämpfte mich teilweise bis auf die 19. Position vor.

Gegen Ende des Rennens merkte ich immer wie mehr, dass das Material, insbesondere die Bremsen an Ihre Belastungsgrenze stossen. In der zweitletzten Runde hatte ich dann leider sozusagen keine Verzögerung mehr in Kurve 3 und musste einen kleinen Umweg durchs Kiesbett in Kauf nehmen, welcher mich ganze 5 Positionen kostete.

Mit gehöriger Wut im Bauch fuhr ich dann als 24. Über die Ziellinie und konnte leider keinen Punkt einfahren. (An dieser Stelle muss ich mich bei meinem absolut unschuldigen Lenkrad entschuldigen, welches meinen Wutausbruch nicht ganz so gut überstanden hat und wieder etwas liebevolle Hingabe braucht fürs nächste Rennen – sorry).

 

Rennen 2

Nach den Bremsproblemen im Rennen 1 mit den Bremsen haben wir uns dazu entschlossen, eine neue Bremsflüssigkeit zu verwenden, welche einen höheren Siedepunkt hat. Dies sollte dem „Durchfallen“ der Bremse gegen Ende des Rennens entgegenwirken und uns so vor Schlimmerem bewahren.

Mein Start war diesmal wesentlich besser und ich konnte direkt an einigen Konkurrenten vorbeiziehen. Während der gesamten Renndistanz funktionierte mein Seat wunderbar und ich konnte Zeiten fahren, die für die Top10 gereicht hätten. Als ich Mitte des Rennens wieder in Kurve 3 einer sich anbahnenden Kollision ausweichen musste blieb mir wiederum nichts anderes übrig als den bekannten „kleinen Umweg durchs Kies“ zu nehmen, welcher mich wiederum einige Positionen kostete. Nichts desto trotz erreichten wir am Schluss mit P20 und dem ersten Punkt unser absolutes Minimalziel.

Für die weiteren Rennen sind wir nun auf Grund der Steigerung zu den ersten Rennen und den guten Zeiten sehr positiv gestimmt und hoffen, dass der Aufwärtstrend sich auch bei der nächsten Veranstaltung, welche wiederum in Oschersleben stattfinden wird fortsetzen wird.

Ich bedanke mich bei meinem allzeit gut gelaunten Ingenieur Mike und meinen beiden Mechanikern Markus und Jan für das lehrreiche Wochenende und schaue mit grosser Euphorie den Rennen in Oschersleben entgegen.

Rennbericht ADAC TCR Germany Oschersleben Rennen 1 / 2

Nun hat das Warten endlich ein Ende gefunden. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde unser Seat Leon TCR endlich auch aktiv im Rennmodus erprobt.

Der Saisonauftakt der TCR Germany fand auch dieses Jahr im Osten Deutschlands, genauer in Oschersleben statt. Dazu reisten wir am Donnerstag Abend an und trafen bereits im Fahrerlager auf viele neue und auch alt bekannte Gesichter.

Ebenfalls stand da unser neues Einsatzgerät, der Seat Leon TCR. In seinem vollen grün stand er glänzend (ok, satin.. aber egal) akribisch vorbereitet durch Schläppi Race Tec bereit zur ersten Ausfahrt unter Wettbewerbsbedingungen.

Die ersten freien Trainings nutzten wir dazu, um unseren Trainingsrückstand auf der Strecke aufzuholen und für das Qualy sowie die zwei Rennen ein stabiles Setup herauszutüfteln.

Die Trainings waren allgemein von viel Chaos geprägt. Viele Rotphasen, viele Ausritte ins Kies und Stossverkehr auf der 3.9km langen Strecke

In dem starken Teilnehmerfeld von 44 eingeschriebenen Fahrern setzten wir die Priorität als erstes auf das Qualifying am frühen Samstag Morgen. Da die herausgefahrene Startposition jeweils für beide Rennen gilt und das zweite Rennen nicht wie üblich nach dem Zieleinlauf des ersten Rennens gestartet wird, war es umso wichtiger hier eine gute Platzierung herauszufahren.

Nach einigen letzten Anpassungen am Fahrwerk in der Box konnte ich am Schluss noch zwei schnelle Runden drehen, war mir aber bewusst, dass dies nicht für eine Platzierung in der vorderen Hälfte reichen würde. Zu allem Übel wurde mir meine schnellste Runde noch auf Grund von Missachtung der Track Limits im freien Training gestrichen.

Somit mussten wir uns mit dem doch etwas enttäuschenden 33 Rang zufrieden geben.

 

Rennen 1

Beim Start zum ersten Rennen musste ich direkt ein paar Plätze abschreiben. Erstens weil ich den Start mal komplett versemmelt habe und zweitens weil ich fest damit gerechnet habe, dass es vor mir einen Haufen aus bunt zusammengewürfelten TCR Rennern geben würde und ich mich gerne im ersten Rennen aus allem raushalten wollte, um wichtige Daten für den weiteren Verlauf der Saison zu sammeln. Nach 3 Safety Car Phasen und wirklich viel Action um mich herum überquerte ich die Ziellinie schlussendlich als 25. und brachte das Auto, sehr zur Freude meiner Mechaniker, unversehrt an die Box zurück.

 

Rennen 2

Fürs zweite Rennen wollten wir unbedingt einen grossen Schritt mit dem Setup wagen, da unsere Position ehrlich gesagt sowieso komplett aussichtslos war und wir sozusagen nichts zu verlieren hatten. Gesagt getan, Auto neu vermessen, ein paar Klicks hier ein paar Umdrehungen da und voilà „jetzt läufts dann rund“ meinte mein neuer Renningenieur Mike zu mir. War auf jeden Fall schon mal ein besseres Gefühl als sein „Das wird ein Kampf ums Überleben“ vor dem ersten Rennen aber sobald die Stöpsel in den Ohren sind nicke ich meist eh nur noch zustimmend zu und verstehe kein Wort.

Der Start nun etwas besser, die Stimmung um mich herum „etwas“ aggressiver und ich komplett vom neuen Fahrverhalten meines spanischen Boliden überrascht. Nachdem ich dann die Eingewöhnungsphase von 4-5 Kurven überstanden hatte folgte dann leider die erste Berührung, bei welcher ich die bis dahin auf den Millimeter genau ausgerichtete Stellung meines schnurgeraden Lenkrades leider aufopfern musste.

Auch das zweite Rennen war durch diverse Safety Car Phasen und viele Ausritte ins Kies geprägt.

Nach 30 Minuten war mir dann noch ein Mitstreiter auf den Fersen, dem ich mit einem Bremsplatten und krummer Lenkung kaum Gegenwehr leisten konnte/wollte (wohlgemerkt, es ging um die 33. Position, Punkte werden bis zum 20. Verteilt..). Trotzdem packte Ihn wohl noch der Ehrgeiz und er hat es tatsächlich fertig gebracht mich in der letzten Runde noch unsanft von der Strecke zu hebeln, den Teileverkäufer wird’s freuen.

Alles in allem war es ein Wochenende mit Auf und Ab. Wir haben sicherlich viel gelernt, viele Fahrwerkseinstellungen probiert und das wichtigste am ganzen: das Auto ist immer gelaufen. Nicht zu wenig Sprit, kein technischer Defekt, nix.

Nun gilt es in der Pause zwischen dem nächsten Rennen am RedBull Ring in Spielberg das Auto wieder optimal vorzubereiten und vor allem die Dichtung zwischen Lenkrad und Sitz optimal abzustimmen, denn da liegt momentan noch das grösste Potential verborgen.

Saisonvorschau 2017 – TCR Germany mit Seat Leon TCR

Fabian Danz wird die komplette Saison 2017 in der ADAC TCR Germany auf einem Seat Leon TCR bestreiten, welche unter anderem zusammen mit der ADAC GT Masters ausgetragen wird.

Die TCR Serie wurde erstmals 2015 ins Leben berufen. Der Sinn dahinter ist es, den Rennfahrern professionellen Rennsport auf einer im Gegensatz zum GT3 Sport kostengünstigeren Basis zu bieten.
Im Laufe der Zeit haben viele Namhafte Fahrzeughersteller Modelle homologiert, um damit in den diversen TCR Meisterschaften anzutreten. Unter Anderem VW, Seat, Audi, Subaru, Alfa Romeo, Kia etc.

Fabian Danz wird die Saison 2017 auf einem Seat Leon Cupracer TCR bestreiten.

Im Gegensatz zur VLN Langstreckenmeisterschaft ist die ADAC TCR Germany eine reine Sprintserie. Pro Wochenende werden jeweils 2 Freie Trainings, ein Qualifying und 2 Sprintrennen a jeweils 30 Minuten ausgetragen.

Gemäss neusten Informationen sollte die TCR Germany 2017 mit bis zu 44 Startern pro Wertungslauf nicht nur gut gefüllt, sondern randvoll werden.

Nachdem Fabian Danz schon das 24H Rennen auf der Nordschleife auf einem VW Golf TCR bestritten hat, ist dies der richtige Schritt um 2017 in einer stark besetzten Sprintserie anzutreten.

Starten wird Fabian Danz mit demselben Team, welches schon seine Einsätze 2015 in der SP3, auch im Rahmen der VLN Langstreckenmeisterschaft, betreut hat – Schläppi Race Tec

„Ich freue mich darauf, mit einem mir bestens bekannten Schweizer Team in dieser hoch dotierten Tourenwagen Meisterschaft zu starten. Erste Tests haben wir bereits 2016 absolviert und konnten uns bestens aufeinander abstimmen. Mein persönliches Ziel ist es, mich im ersten Jahr gut in die Serie einzuleben und am Schluss der Saison unter den besten 8 der Gesamtwertung zu stehen. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und ein erfolgreiches Jahr 2017 in der ADAC TCR Germany 2017

 

9. Oktober 2016, VLN9 – DMV 250 Meilen Rennen

Wie bereits erwähnt kämpfen wir seit VLN7 auf Grund eines massiven Leistungseinbruches unseres BMW m235i mit stumpfen Waffen.

Unser Team leistete in der 14 Tägigen Pause seit VLN 8 souveräne Arbeit und wechselte sozusagen den kompletten Motor. Nach einer 4-tägigen Test-Orgie auf dem Leistungsprüfstand fehlten unserem Cup-Renner aber immer noch satte 40 PS und wir entschieden uns dazu am Freitag hochzufahren um das Auto vor dem Rennen auf Herz und Nieren zu prüfen.

Am Freitagmorgen blieb dann nichts anderes übrig, als das komplette Steuergerät durch ein neues zu ersetzen.

Leider war es dann einer gewissen Münchner Fahrzeugschmiede nicht möglich die Wegfahrsperre zu deaktivieren, so dass wir das Fahrzeug nicht starten konnten und uns die erhoffte Testfahrt und die Teilnahme am Rennen leider verwehrt blieb.

Insgesamt sind wir also am Freitag 1011 KM in die regnerische Eifel und zurück gefahren um an der Imbissbude eine Currywurst zu essen.

Kleiner Trost: war lecker… wie immer

23. September 2016, VLN8 – 48. ADAC Barbarossapreis

Training

Wie gewohnt sind wir Freitags angereist um unseren BMW m235i Cup im Freien Training am Freitagnachmittag auf Herz und Nieren zu prüfen. Da wir ab diesem Lauf nur noch zu zweit unterwegs sind, konnten mein Teamkollege Benny Leuchter und ich viele Runden abspulen um abzuklären ob unser Bolide wieder ordentlich nach vorne schiebt.
Leider fiel uns schon nach kurzer Zeit auf, dass unser Rot-Schwarzer Münchner keine Lust hatte auf unsere „Pedal to the Metal“ Befehle zu reagieren, kurz gesagt – dem Ding fehlt Leistung und zwar ordentlich!

Unser Team reagierte darauf und so wurde unserem Rennwagen am Freitagabend ein neuer Turbo eingepflanzt mit der Hoffnung dieses Problem endlich beheben zu können.

Zeittraining

Ein Glück ist mein Teamkollege am Vorabend nicht auf diese Wette eingegangen… Die Eifel begrüsste uns am frühen Morgen mit heiterem Sonnenschein und nicht, wie von mir vorhergesehen, mit nebligem, kaltem Eifelwetter.
Ich nahm das Qualy als erster unter die Räder und merkte schon relativ früh, dass die neue Zwangsbeatmung unseres BMW nichts gebracht hatte.
Ich versuchte dann ordentlich fliegen zu lassen bis das Eifelwetter doch noch kurz Hallo sagen wollte und ich am Metzgesfeld mal kurz neben die Strecke geriet und glücklicherweise neben der Leitplanke vorbei wieder auf die Strecke gesegelt bin. Naja, auch wir haben mal Glück.

Benny konnte dann in seinem Turn unser Auto auf die 7. Startposition hieven. Wer ihn kennt weiss, dass er alles andere als zufrieden damit war und das Fahrzeug wirklich einen grösseren Leistungsverlust haben musste.

Rennen

Wie gewohnt fuhr Benny dann auch den Start. Nach ungefähr 2 Kurven wusste ich, dass auch die Basteleien von BMW selber in der Pause vor dem Rennen nichts gebracht hatten.
Normalerweise steht unser Fahrzeug (wenn es denn nicht schon auf der Pole steht) nach wenigen Kurven mindestens 2 Plätze weiter vorne. Diesmal ging es leider nur in eine Richtung – nach hinten.
Nach einer Runde steuerte unser Auto dann auf Grund von massivem Leistungsverlust die Box an und wir hatten wenigstens die Chance zu Tanken und somit einen Undercut zu machen.
Nach weiteren 8 Runden langsamen Rumgedümpelns durfte ich dann hinters Lenkrad sitzen.

Ich habe ja schon viel gemacht und in „einigen“ Rennen „einiges“ erlebt.
Wenn man aber in einem BMW m235i cup sitzt (wohlgemerkt mit 320PS) und dann im Rückspiegel ein aufgepumpter Clio munter zum Überholen ansetzt, dann kommt man sich schon etwas fehl am Platz vor.
Nichts desto trotz bin ich dann die restlichen ca 2.5h zu Ende gefahren und schlussendlich durften wir noch von diversen Ausfällen in unserer Klasse profitieren und einen Punkt für den erreichten 10. Platz mit nach Hause nehmen.
Angesichts der Tatsache das wir gefühlt mit 3 Zylindern rumgefahren sind konnten wir immerhin eine Zielankunft feiern und immerhin einen kleinen Trostpunkt einfahren.

14. Mai 2016, VLN3 – 58. ADAC ACAS H&R Cup

Ein bekanntes Sprichwort besagt ja: Aller guten Dinge sind drei!
Mit diesem Vorsatz starteten wir diesmal wieder zu dritt, mit dem Trio Wüsthoff/Leuchter/Danz.
Als kleines Schmankerl absolvierten wir am Freitagmorgen einige Testrunden mit dem Arbeitsgerät fürs kommende ADAC Zürich 24H Rennen Nürburgring, dem Golf Gti TCR. Ein unglaubliches Geschoss mit gefühlten 500 PS auf der Vorderachse, welches den Asphalt unter den Rädern aufzufressen scheint. Der Test verlief insgesamt sehr erfolgreich und wir konnten uns ein stabiles und schnelles Setup erarbeiten.

Training und Qualifing

Am Samstagmorgen widmeten wir uns dann wieder unserer eigentlichen Aufgabe, dem BMW m235i racing cup.
Mit einer durchaus schnellen Runde sicherte Benny Leuchter uns den 4. Startplatz für das Rennen am Nachmittag. Locker hätte er noch eine weitere schnelle Runde rausgeknallt, leider wurde er aber durch den Verkehr gegen Ende des Trainings aufgehalten.

Rennen
Den Startstint übernahm diesmal Wüsthoff. Mit einer Glanzleistung konnte er sich bereits in der ersten Runde an den drei vorherfahrenden Fahrzeugen vorbeipreschen und lag gegen Ende seines Stints mit einem komfortablen Vorsprung in Führung. Gegen Ende seines Stints musste er jedoch noch auf der Strecke einen manuellen Reset des Fahrzeuges vollziehen und verlor somit wichtige Minuten und Plätze auf die Konkurrenz.
Der Mittelstint war dann mein Part. Mit grossem Selbstvertrauen und einer gehörigen Portion Wut ausgestattet versuchte ich einige Positionen gut zu machen, was mir auch erfolgreich gelang und ich konnte das unser Einsatzgerät von P13 auf P8 vorfahren.
Bei der Fahrzeugübergabe an unseren Schlussfahrer Leuchter verloren wir dann wieder 2 wichtige Positionen durch einen sogenannten „Undercut“, so dass Leuchter auf P10 ins Renngeschehen eingriff. Nach einer bilderbuchmässigen Aufholjagd und der schnellsten Runde insgesamt stellte Leuchter das Fahrzeug nach insgesamt 4 Stunden Gesamtzeit auf P5 im Parc fermé ab.
Durch eine später ausgesprochene Strafe gegen einen vor uns liegenden Konkurrenten konnten wir noch einen Platz dazugewinnen und wurden am Ende des Tages als 4. Von 22 Teilnehmern gewertet.

Auf dem Papier ist dies ein gutes Resultat. Zufrieden war damit aber keiner, im Wissen, dass heute ohne Probleme der Tagessieg drinn gewesen wäre.
Und so machen wir halt aus dem Sprichwort „Aller guten Dinge sind 4“ und werden alles daran setzen, den BMW beim nächsten Lauf aufs Treppchen zu fahren