Rennbericht ADAC TCR Germany Rennen 3 / 4 Red Bull Ring Spielberg

Nach dem kleinen Desaster in Oschersleben, wo wir konkurrenzlos und ohne Ambitionen hinterhergerollt sind ging es nun nach Österreich an den Red Bull Ring in Spielberg, meiner absoluten Lieblingsstrecke (mal abgesehen von der Nordschleife).
Ziel war es, die ersten Punkte der Saison zu holen und irgendwo zwischen P10 und 20 ins Ziel zu kommen.

Idealerweise war es am Red Bull Ring möglich, am Donnerstag insgesamt 3 Stunden zu Testen.
Die meisten Fahrer der TCR Germany nutzten diese Gelegenheit natürlich und so war es möglich bereits einige Vergleiche zu ziehen.

In den freien Trainings vom Donnerstag/Freitag waren wir insgesamt gut dabei, konnten den Speed mitgehen und positionierten uns in etwa auf den angestrebten Positionen.

 

Zeittraining

Bei knapp 40 Teilnehmern ist es wichtig, sich im Zeittraining einen guten Startplatz zu verschaffen.

Mit grossen Ambitionen und dem Wissen, dass wir es durchaus in die Top 15 schaffen können legten wir also los. Nach den Aufwärmrunden merkte ich, dass etwas mit meinem linken Vorderreifen nicht stimmen konnte. Beim Anbremsen blieb dieser plötzlich jedes Mal stehen und auf der Geraden hatte ich starke Vibrationen. Bis wir das realisiert hatten war das Zeittraining leider auch schon vorbei und ich hatte mit Startplatz 31 und 32 wieder eine äusserst schwierige Ausgangslage vor mir.

Als wir uns nach dem Rennen den Reifen angesehen haben fiel uns auf, dass es nicht nach einem typischen Bremsplatten aussah, sondern eher als ob sich ein Teil des Reifens gelöst hatte.
Was genau und wie es passiert ist konnten wir leider nicht ganz nachvollziehen.

 

Rennen 1

Bei Temperaturen über 30 Grad ging es am Samstag ins erste Rennen.

Ich hatte leider keinen optimalen Start und konnte darum keine Positionen gutmachen.

Im weiteren Verlauf des Rennens konnte ich den Speed der vor mir fahrenden Fahrzeuge problemlos mitgehen und kämpfte mich teilweise bis auf die 19. Position vor.

Gegen Ende des Rennens merkte ich immer wie mehr, dass das Material, insbesondere die Bremsen an Ihre Belastungsgrenze stossen. In der zweitletzten Runde hatte ich dann leider sozusagen keine Verzögerung mehr in Kurve 3 und musste einen kleinen Umweg durchs Kiesbett in Kauf nehmen, welcher mich ganze 5 Positionen kostete.

Mit gehöriger Wut im Bauch fuhr ich dann als 24. Über die Ziellinie und konnte leider keinen Punkt einfahren. (An dieser Stelle muss ich mich bei meinem absolut unschuldigen Lenkrad entschuldigen, welches meinen Wutausbruch nicht ganz so gut überstanden hat und wieder etwas liebevolle Hingabe braucht fürs nächste Rennen – sorry).

 

Rennen 2

Nach den Bremsproblemen im Rennen 1 mit den Bremsen haben wir uns dazu entschlossen, eine neue Bremsflüssigkeit zu verwenden, welche einen höheren Siedepunkt hat. Dies sollte dem „Durchfallen“ der Bremse gegen Ende des Rennens entgegenwirken und uns so vor Schlimmerem bewahren.

Mein Start war diesmal wesentlich besser und ich konnte direkt an einigen Konkurrenten vorbeiziehen. Während der gesamten Renndistanz funktionierte mein Seat wunderbar und ich konnte Zeiten fahren, die für die Top10 gereicht hätten. Als ich Mitte des Rennens wieder in Kurve 3 einer sich anbahnenden Kollision ausweichen musste blieb mir wiederum nichts anderes übrig als den bekannten „kleinen Umweg durchs Kies“ zu nehmen, welcher mich wiederum einige Positionen kostete. Nichts desto trotz erreichten wir am Schluss mit P20 und dem ersten Punkt unser absolutes Minimalziel.

Für die weiteren Rennen sind wir nun auf Grund der Steigerung zu den ersten Rennen und den guten Zeiten sehr positiv gestimmt und hoffen, dass der Aufwärtstrend sich auch bei der nächsten Veranstaltung, welche wiederum in Oschersleben stattfinden wird fortsetzen wird.

Ich bedanke mich bei meinem allzeit gut gelaunten Ingenieur Mike und meinen beiden Mechanikern Markus und Jan für das lehrreiche Wochenende und schaue mit grosser Euphorie den Rennen in Oschersleben entgegen.