Rennbericht ADAC TCR Germany Oschersleben Rennen 1 / 2

Nun hat das Warten endlich ein Ende gefunden. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde unser Seat Leon TCR endlich auch aktiv im Rennmodus erprobt.

Der Saisonauftakt der TCR Germany fand auch dieses Jahr im Osten Deutschlands, genauer in Oschersleben statt. Dazu reisten wir am Donnerstag Abend an und trafen bereits im Fahrerlager auf viele neue und auch alt bekannte Gesichter.

Ebenfalls stand da unser neues Einsatzgerät, der Seat Leon TCR. In seinem vollen grün stand er glänzend (ok, satin.. aber egal) akribisch vorbereitet durch Schläppi Race Tec bereit zur ersten Ausfahrt unter Wettbewerbsbedingungen.

Die ersten freien Trainings nutzten wir dazu, um unseren Trainingsrückstand auf der Strecke aufzuholen und für das Qualy sowie die zwei Rennen ein stabiles Setup herauszutüfteln.

Die Trainings waren allgemein von viel Chaos geprägt. Viele Rotphasen, viele Ausritte ins Kies und Stossverkehr auf der 3.9km langen Strecke

In dem starken Teilnehmerfeld von 44 eingeschriebenen Fahrern setzten wir die Priorität als erstes auf das Qualifying am frühen Samstag Morgen. Da die herausgefahrene Startposition jeweils für beide Rennen gilt und das zweite Rennen nicht wie üblich nach dem Zieleinlauf des ersten Rennens gestartet wird, war es umso wichtiger hier eine gute Platzierung herauszufahren.

Nach einigen letzten Anpassungen am Fahrwerk in der Box konnte ich am Schluss noch zwei schnelle Runden drehen, war mir aber bewusst, dass dies nicht für eine Platzierung in der vorderen Hälfte reichen würde. Zu allem Übel wurde mir meine schnellste Runde noch auf Grund von Missachtung der Track Limits im freien Training gestrichen.

Somit mussten wir uns mit dem doch etwas enttäuschenden 33 Rang zufrieden geben.

 

Rennen 1

Beim Start zum ersten Rennen musste ich direkt ein paar Plätze abschreiben. Erstens weil ich den Start mal komplett versemmelt habe und zweitens weil ich fest damit gerechnet habe, dass es vor mir einen Haufen aus bunt zusammengewürfelten TCR Rennern geben würde und ich mich gerne im ersten Rennen aus allem raushalten wollte, um wichtige Daten für den weiteren Verlauf der Saison zu sammeln. Nach 3 Safety Car Phasen und wirklich viel Action um mich herum überquerte ich die Ziellinie schlussendlich als 25. und brachte das Auto, sehr zur Freude meiner Mechaniker, unversehrt an die Box zurück.

 

Rennen 2

Fürs zweite Rennen wollten wir unbedingt einen grossen Schritt mit dem Setup wagen, da unsere Position ehrlich gesagt sowieso komplett aussichtslos war und wir sozusagen nichts zu verlieren hatten. Gesagt getan, Auto neu vermessen, ein paar Klicks hier ein paar Umdrehungen da und voilà „jetzt läufts dann rund“ meinte mein neuer Renningenieur Mike zu mir. War auf jeden Fall schon mal ein besseres Gefühl als sein „Das wird ein Kampf ums Überleben“ vor dem ersten Rennen aber sobald die Stöpsel in den Ohren sind nicke ich meist eh nur noch zustimmend zu und verstehe kein Wort.

Der Start nun etwas besser, die Stimmung um mich herum „etwas“ aggressiver und ich komplett vom neuen Fahrverhalten meines spanischen Boliden überrascht. Nachdem ich dann die Eingewöhnungsphase von 4-5 Kurven überstanden hatte folgte dann leider die erste Berührung, bei welcher ich die bis dahin auf den Millimeter genau ausgerichtete Stellung meines schnurgeraden Lenkrades leider aufopfern musste.

Auch das zweite Rennen war durch diverse Safety Car Phasen und viele Ausritte ins Kies geprägt.

Nach 30 Minuten war mir dann noch ein Mitstreiter auf den Fersen, dem ich mit einem Bremsplatten und krummer Lenkung kaum Gegenwehr leisten konnte/wollte (wohlgemerkt, es ging um die 33. Position, Punkte werden bis zum 20. Verteilt..). Trotzdem packte Ihn wohl noch der Ehrgeiz und er hat es tatsächlich fertig gebracht mich in der letzten Runde noch unsanft von der Strecke zu hebeln, den Teileverkäufer wird’s freuen.

Alles in allem war es ein Wochenende mit Auf und Ab. Wir haben sicherlich viel gelernt, viele Fahrwerkseinstellungen probiert und das wichtigste am ganzen: das Auto ist immer gelaufen. Nicht zu wenig Sprit, kein technischer Defekt, nix.

Nun gilt es in der Pause zwischen dem nächsten Rennen am RedBull Ring in Spielberg das Auto wieder optimal vorzubereiten und vor allem die Dichtung zwischen Lenkrad und Sitz optimal abzustimmen, denn da liegt momentan noch das grösste Potential verborgen.